Erfurt (epd). Zum zweiten Tag des Bundesparteitags der AfD auf dem Erfurter Messegelände hat sich die Lage in der thüringischen Landeshauptstadt deutlich entspannt. Die Nacht zu Sonntag sei ruhig verlaufen und fast alle Kundgebungsteilnehmende hätten Erfurt bereits am Samstagabend wieder verlassen, sagte eine Polizeisprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Polizei spricht von insgesamt rund 31.000 Demonstrierenden am Samstag, die Kampagnenorganisation Campact von mindestens 50.000.
Bis Sonntagmorgen wurden den Angaben zufolge 48 Straftaten im Zusammenhang mit dem Demonstrationsgeschehen festgestellt. Zwei Journalisten eines rechtskonservativen Online-Magazins seien am Samstag aus einer Gruppe von Gegendemonstranten heraus mit Flaschen beworfen und leicht verletzt worden.
Clueso-Konzert störungsfrei abgelaufen
Die Protestierenden warfen der AfD vor, demokratische Grundwerte zu gefährden und ein gesellschaftliches Klima der Ausgrenzung zu fördern. Die Bundes-AfD wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall geführt. Mehrere Landesverbände gelten als gesichert rechtsextrem. In Reden und auf Transparenten wurde die Einleitung eines AfD-Verbotsverfahrens gefordert.
Auch das unabhängig von den Kundgebungen schon lange geplante Konzert des Künstlers Clueso am Samstagabend verlief nach Angaben der Stadtverwaltung störungsfrei. Bereits am späten Nachmittag hätten sich alle Straßenblockaden aufgelöst. Der Versuch von rund 60 Störern, eine Straßenbahnlinie kurz vor Konzertbeginn zu blockieren, sei nach wenigen Minuten von selbst aufgegeben worden.




