Blockade von AfD-Bundesparteitag gescheitert

Blockade von AfD-Bundesparteitag gescheitert
Mit Straßenblockaden hat das Bündnis "Widersetzen" versucht, den pünktlichen Start des AfD-Bundesparteitags an der Erfurter Messe zu verhindern. Der Großteil der Delegierten erreichte das Tagungszentrum jedoch schon vorher.
04.07.2026
epd
Von Matthias Thüsing (epd)

Erfurt (epd). Die angekündigte Blockade des AfD-Bundesparteitags in Erfurt durch das Bündnis „widersetzen“ ist gescheitert. Zwar sei es mehreren Tausend Aktivisten gelungen, die Zufahrtswege zum Versammlungsort auf der Erfurter Messe zu blockieren, teilte ein Polizeisprecher am Samstagmorgen vor Ort mit. Doch seien die Delegierten bereits zuvor größtenteils auf der Messe eingetroffen, sodass der Parteitag pünktlich starten könne.

Parteikreise der AfD bestätigten diese Einschätzung. Bereits 90 Minuten vor Parteitagsbeginn sei eine beschlussfähige Anzahl von Delegierten im Tagungszentrum eingetroffen.

Anreise noch vor Beginn der Blockaden

Noch vor dem Beginn der Blockaden hatte den Angaben zufolge bis 5 Uhr ein größerer Teil der rund 600 Delegierten das Messezentrum in Privatfahrzeugen und Reisebussen erreicht, wo der Bundesparteitag um 10 Uhr offiziell beginnen sollte. Die Bundesparteispitze hatte die Nacht zu Samstag mit rund 140 weiteren AfD-Delegierten in einem Hotel unmittelbar neben dem Messegelände verbracht.

Die Polizei sprach von insgesamt acht Blockadepunkten, mit insgesamt mehreren Tausend Teilnehmenden. Am frühen Samstagmorgen seien bereits 15.000 der erwarteten 50.000 Demonstranten in der Stadt eingetroffen. Sie waren demnach mit rund 200 Reisebussen aus ganz Deutschland nach Erfurt angereist.

Straßenbahnverkehr teilweise eingestellt

Der Straßenbahnverkehr in Teilen der Innenstadt kam am Morgen zum Erliegen. Demonstrierende hatten sich an einem zentralen Platz in der Nähe des geplanten AfD-Parteitags an den Schienen festgeklebt.

Am Erfurter Hauptbahnhof startete gegen 6 Uhr ein erster Demonstrationszug in Richtung Messe mit mehreren Tausend Teilnehmenden. Bei der Kundgebung, organisiert von der Gewerkschaftsjugend, warnten Sprecher in ersten Redebeiträgen vor den Folgen der AfD-Politik für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für die jüngere Generation.

Mehr als 30 Kundgebungen und Aktionen in Erfurt geplant

Die Polizei sprach von einem insgesamt friedlichen Verlauf der ersten Proteste. In den zurückliegenden Tagen waren Ausschreitungen befürchtet worden, nachdem die Polizei mit der Anreise von bis zu 2.500 Gewaltbereiten aus dem linksextremistischen Milieu gerechnet hatte.

Nach Angaben der Stadtverwaltung vom Freitagabend wurden mehr als 30 Versammlungen von Gegnern der AfD im gesamten Stadtgebiet angemeldet. Getragen werden die Proteste von einem Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und zivilgesellschaftlichen Organisationen.