Saarbrücken (epd). Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) hält einen verpflichtenden Kita-Besuch für sinnvoll. „Ich bin dafür, dass wir einen Weg suchen, das zu ermöglichen“, sagte sie am Freitag in Saarbrücken. Ob dies stufenweise oder nur für das letzte Jahr gelten solle, sei offen. Kindertagesstätten als vorschulische Bildung fielen beispielsweise nicht unter die Schulpflicht.
Es gebe noch einige rechtliche Fragen zu klären, unterstrich die SPD-Politikerin. Zudem brauche es auch einen belastbaren Überblick über die zur Verfügung stehenden Plätze und die angemeldeten Kinder. „Ich kann zu nichts verpflichten, was ich faktisch nicht leisten kann“, erklärte Rehlinger. Die Kitaplatzsituation im Saarland sei sehr unterschiedlich. In manchen Landkreisen werde sie zu 100 Prozent erfüllt, in anderen gebe es eine Unterdeckung.
Beitragsfreie Kita als eine Grundlage
Eine weitere Voraussetzung für eine mögliche Verpflichtung sei die Beitragsfreiheit, betonte Rehlinger. Ab dem 1. Januar 2027 ist der Besuch der Kindertageseinrichtungen im Saarland beitragsfrei. „Das eine baut auf dem anderen auf“, betonte sie. „Bildung sollte kostenfrei sein.“ Krippenplätze im Ganztagsbereich hätten im Saarland früher teilweise 450 Euro im Monat gekostet. „Das ist eine echte finanzielle Entlastung für die Familien in diesem Land“, unterstrich Rehlinger. Zum Vergleich: Mit dem nun von der Bundesregierung beschlossenen Reformpaket würden Familien langfristig pro Jahr um 600 Euro entlastet, betonte sie.




