Rom (epd). Papst Leo XIV. wird am Samstag für einen Kurzbesuch auf die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa reisen. Dort will das katholische Kirchenoberhaupt am Morgen den Inselfriedhof besuchen und an Gräbern von Migranten Blumen niederlegen, wie der Vatikan mitteilte. Für 10.30 Uhr ist eine Heilige Messe auf dem Sportplatz von Lampedusa geplant. Gegen Mittag wird Leo XIV. wieder im Vatikan zurückerwartet.
Nach dem Friedhof steht für den Papst auch ein Besuch der „Porta d’Europa“ (Tor Europas) auf dem Plan. Das Kunstwerk von Mimmo Paladino erinnert an die im Mittelmeer ertrunkenen Migranten. Seit 2014 zählte die Internationale Organisation für Migration (IOM) rund 35.000 Menschen, die auf der Überfahrt starben oder bis heute vermisst werden.
Zuletzt will Papst Leo im Hafen der Insel an dem Landungssteg, an dem Bootsflüchtlinge oft ankommen, eine seinem Vorgänger gewidmete Gedenktafel segnen. 2013 hatte Papst Franziskus Lampedusa zum ersten Reiseziel seines Pontifikats (2013-2025) gemacht. Wie Franziskus will Leo im Hafen auch mit Migranten zusammenkommen.
40.000 Ankünfte pro Jahr
Lampedusa wurde in den vergangenen Jahren zum Sinnbild für die Migrationskrise, die die europäische Politik lange beherrschte. Auch heute noch kommen nach Angaben des Roten Kreuzes und der Organisation Mediterranean Hope jährlich im Schnitt rund 40.000 Menschen über das Mittelmeer nach Europa.
Leo XIV. macht sich seit Beginn seines Pontifikats im Mai 2025 immer wieder für die Rechte und die Würde von Geflüchteten weltweit stark. Der Besuch des ersten US-amerikanischen Papstes auf Lampedusa fällt auf den 250. Jahrestag der Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika. Der in Chicago aufgewachsene Robert Francis Prevost stammt selbst aus einer Einwandererfamilie, die harte Migrationspolitik der aktuellen US-Regierung hat er bereits als Kardinal kritisiert.




