Ursberg (epd). In einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung in Bayern soll es zu Misshandlungen gekommen sein. Sieben Beschuldigten würden die „Misshandlung von Schutzbefohlenen und falsche Verdächtigung“ vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft Memmingen am Donnerstag auf Anfrage des Evangelischen Pressediensts (epd) mit. Zuerst hatten die „Welt“ und die „Augsburger Allgemeine“ über die Ermittlungen im katholischen Dominikus-Ringeisen-Werk in Ursberg im Landkreis Günzburg berichtet.
Aufgrund der laufenden Ermittlungen könnten keine Angaben zu weiteren Vorwürfen gemacht werden, sagte Pressesprecherin Stefanie Birle. Die Ermittlungen würden erfahrungsgemäß einen längeren Zeitraum, „schätzungsweise mehrere Wochen“, in Anspruch nehmen.
Behörden haben Betreuung geprüft
Das Dominikus-Ringeisen-Werk, nach eigenen Angaben eine der größten sozialen Einrichtungen für Menschen mit Behinderung in Süddeutschland, erklärte, dass „erstmals Anfang Juli 2025 Mitarbeitende einer Wohneinrichtung Hinweise auf vermeintliche pflegerische Mängel sowie mögliche Gewaltanwendungen bei der Versorgung von Klientinnen und Klienten“ an die Leitung des Werkes gemeldet hätten. Man sei diesen Hinweisen „unverzüglich“ nachgegangen, sagte Pressesprecherin Ines Heinrich am Donnerstag auf epd-Anfrage. Zugleich habe man die Aufsichtsbehörden informiert.
In der Folge hätten die Behörden die Einrichtung mehrfach vor Ort geprüft, „jeweils ohne tatsächlich feststellbare Betreuungsmängel“, heißt es auf der Homepage des Werkes. Im Zuge der Aufklärung habe man die Wohneinrichtung umstrukturiert, Mitarbeitende geschult und im Oktober 2025 eine neue Teamleitung eingesetzt
Das Dominikus-Ringeisen-Werk, 1884 von einem katholischen Priester gegründet, ist eine kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts mit über 30 Standorten und rund 5.300 Mitarbeitenden. In der Einrichtung in Ursberg leben etwa 900 Menschen mit teils mehrfachen körperlichen und geistigen Behinderungen.




