Frankfurt a.M., Kapstadt (epd). Die fremdenfeindliche „March and March“-Bewegung in Südafrika erhöht den Druck auf die Regierung. Nach landesweiten Kundgebungen gegen illegale Migration am Dienstag kündigte sie anhaltende Proteste an. „Heute ist nicht das Ende, sondern erst der Anfang“, erklärte die Anführerin der Bewegung, Jacinta Ngobese in sozialen Medien. „March and March“ wolle in den kommenden Monaten jeden Donnerstag auf die Straße gehen, meldete der Sender BBC am Mittwoch.
Die Polizei blieb am Mittwoch weiter in Alarmstellung, wie der südafrikanische Sender SABC berichtete. Am Dienstag seien die Sicherheitskräfte bei fast 130 Protestmärschen im Einsatz gewesen, zitierte SABC die Polizeiverantwortliche Tebello Mosikil. Der Großteil sei friedlich verlaufen. Vereinzelt wurden laut Medienberichten Ausschreitungen und Plünderungen gemeldet.
Tausende haben Südafrika verlassen
Die „March and March“-Bewegung hatte Einwanderer ohne gültige Aufenthaltspapiere aufgefordert, Südafrika bis zum 30. Juni zu verlassen. Sie verlangt Massenabschiebungen und macht Migrantinnen und Migranten für Arbeitslosigkeit, Kriminalität und die Überlastung öffentlicher Dienstleistungen verantwortlich.
Das Ultimatum hatte unter Einwanderern große Angst ausgelöst. Mehrere afrikanische Länder boten ihren Staatsangehörigen freiwillige Rückführungen in ihre Heimatländer an, darunter Nigeria, Malawi, Mosambik, Uganda und Ghana. Nach Angaben der südafrikanischen Behörden wurden bereits rund 25.000 Menschen vertrieben.
Als größte und am stärksten industrialisierte Volkswirtschaft der Region bietet Südafrika vergleichsweise bessere Verdienstmöglichkeiten. Allerdings sind Visa- und Asylverfahren häufig langwierig, und die Behörden kämpfen mit einem erheblichen Rückstau in der Bearbeitung von Anträgen.




