Unicef: 1,8 Millionen Menschen in Venezuela brauchen Hilfe

Unicef: 1,8 Millionen Menschen in Venezuela brauchen Hilfe
Nach den starken Erdbeben in Venezuela zeigt sich immer mehr das Ausmaß der Zerstörungen. Laut Unicef brauchen nach der Naturkatastrophe 1,8 Millionen Menschen Hilfe, darunter fast 700.000 Kinder.

Köln, Caracas (epd). Nach den schweren Erdbeben in Venezuela sind nach Einschätzung des Kinderhilfswerks Unicef in dem südamerikanischen Land schätzungsweise 1,8 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter 680.000 Kinder. In Catia La Mar im Bundesstaat La Guaira sei fast ein Drittel der Gebäude beschädigt, erklärte Unicef Deutschland am Sonntag in Köln. Die Region gehört zu den am schwersten betroffenen Gebieten. „Das Ausmaß der Not wird immer deutlicher“, sagte Manuel Rodriguez Pumarol, Leiter von Unicef in Venezuela. Tausende Kinder hätten keinen verlässlichen Zugang zu sicherem Trinkwasser.

Um die Hilfe für die Betroffenen aufrechterhalten zu können, seien zusätzliche finanzielle Mittel dringend erforderlich, sagte Pumarol und rief zu Spenden auf. Unicef benötige für die Nothilfe nach den Erdbeben 52 Millionen US-Dollar, hieß es. Insgesamt belaufe sich der Unicef-Nothilfeaufruf für Venezuela in diesem Jahr auf 137,6 Millionen Dollar.

Nothilfe wird ausgeweitet

Unicef weitete nach eigenen Angaben gemeinsam mit der venezolanischen Regierung sowie den UN und weiteren Partnern seine Nothilfe aus. Etwa 650.000 Menschen sollten mit Hilfsgütern erreicht werden, darunter 234.000 Kinder. Die Hilfe umfasse die Bereiche Gesundheit, Ernährung, Wasser- und Sanitärversorgung, Kinderschutz und Bildung. Mit Hilfsflügen sollten in den kommenden Tagen mehr als 100.000 Menschen erreicht werden.

Am Mittwoch hatten zwei aufeinanderfolgende Beben der Stärken 7,2 und 7,5 Venezuela. Das Epizentrum lag im Norden des Landes an der Karibikküste. Nach Behördenangaben kamen mehr als 1.400 Menschen ums Leben, Zehntausende gelten als vermisst.