Wolfsburg (epd). Nach Medienberichten, wonach der Volkswagen-Konzern einen massiven Personalabbau vorbereitet, macht der Wolfsburger Superintendent Christian Bernd wachsende Anspannung in seinem Kirchenkreis aus. „Insbesondere die Ungewissheit, wen es wann betreffen könnte, belastet die Menschen in der Stadt und im Umland von Wolfsburg. Viele wissen nicht, was es für sie persönlich bedeuten wird“, sagte der evangelische Theologe am Sonnabend dem Evangelischen Pressedienst (epd). Besorgnis um den Arbeitsplatz, um die persönliche Zukunft und die Auswirkungen auf das soziale Klima in der Region seien deutlich spürbar.
Zugleich erlebe er in der Belegschaft starke Solidarität über die Grenzen der Konzernzentrale Wolfsburg hinaus, betonte der Superintendent. Laut einem am Freitag vom „Manager Magazin“ veröffentlichten Bericht plant der VW-Vorstand einen massiven Umbau des Konzerns, bei dem weltweit bis zu 100.000 Stellen gestrichen und vier Standorte in Deutschland geschlossen werden könnten. Betroffen wären demnach die Werke in Hannover, Zwickau und Emden sowie die Audi-Produktion in Neckarsulm.
Nicht nur Jobs sind in Gefahr - sondern auch soziale Bindungen
Berndt warnte vor einer möglichen Kettenreaktion mit schwerwiegenden wirtschaftlichen, aber auch sozialen Konsequenzen. „Weniger Beschäftigte bedeuten in der Folge weniger Umsatz, weniger Wirtschaftskraft, weniger Wertschöpfung - das hätte immense Auswirkungen auf die Infrastruktur nicht nur in Wolfsburg sondern weit darüber hinaus.“ Betroffen seien möglicherweise nicht nur VW-Belegschaften, sondern auch Beschäftigte von Zulieferbetrieben. Für viele Menschen könnte dies bedeuten, für einen neuen Job umziehen zu müssen und ihr vertrautes soziales Umfeld zurückzulassen.
Der Superintendent sagte, die unsichere Lage habe zu einer verstärkten Nachfrage nach kirchlichen Seelsorgeangeboten geführt. Auch er selbst werde dieser Tage verstärkt angesprochen. Berndt betonte: „Allen, die zu uns kommen, werden wir Türen und Ohren öffnen.“




