Berlin (epd). Nach Auffassung des Sozialverbandes VdK lässt sich eine Rentenreform deutlich gerechter gestalten als das die Kommission der Bundesregierung vorsieht. Präsidentin Verena Bentele verwies am Freitag auf den Bericht einer weiteren Expertenrunde, die der DGB einberufen hatte. Diese wolle erreichen, „dass auch Menschen mit Brüchen in ihrer Biografie im Alter abgesichert sind und nicht in die Altersarmut abstürzen“, sagte Bentele.
Dem VdK sei es zusammen mit mehr als 20 Expertinnen und Experten aus Sozialverbänden, Gewerkschaften und Wissenschaft in der DGB-Rentenkommission darum gegangen, ein eigenständiges Konzept für eine verlässliche, gerechte und zukunftsfeste Alterssicherung zu erarbeiten. Ein Kurzbericht liege jetzt vor, teilte der VdK dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit. Ein ausführlicher Bericht solle im August vorliegen. Bentele sagte, der müsse „Pflichtlektüre für die Bundesregierung sein, damit die Reformvorhaben dafür sorgen, dass alle Menschen sich auf die Rente verlassen können“.
Grundrente muss reformiert werden
Statt Armut im Alter kleinzureden, habe man Vorschläge entwickelt, wie in Zeiten der Kindererziehung, der Pflege, aber auch der Arbeitslosigkeit besser für die Rente bewertet werden, erklärte die Verbandschefin. Zudem müsse die Grundrente müsse dringend reformiert werden.
Anstatt auf mehr Kapitaldeckung zu setzen, spricht sich der Bericht dafür aus, höhere Einkommen und Vermögen stärker an der Finanzierung gesamtgesellschaftlicher Leistungen wie der Alterssicherung zu beteiligen. Zudem solle statt einer risikoreichen Aktienrente eine verpflichtende und arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente eingeführt werden, die auch bei Erwerbsminderung schützen und Hinterbliebene absichern soll.
Sarah Vollath, rentenpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, begrüßte die Vorschläge. Die DGB-Kommission habe „sich auf die richtigen Fragen konzentriert und dem Kürzungswahn von Union und Arbeitgebern eine klare Absage erteilt“. Es sei vollkommen richtig, die Stärkung der gesetzlichen Rente in den Fokus zu stellen. „Die Anhebung des Rentenniveaus auf 53 Prozent und die Weiterentwicklung der Rentenversicherung zu einer echten Erwerbstätigenversicherung sind sinnvolle Antworten auf das rentenpolitische Totalversagen der letzten 20 Jahre.“ Zudem sei es gut, die Betriebsrenten auf alle Beschäftigten auszuweiten.




