Ärztekammer warnt: Nicht überhitzt ins kalte Wasser springen

Ärztekammer warnt: Nicht überhitzt ins kalte Wasser springen
Das Baden bei Hitze birgt Risiken. Wer überhitzt ins kalte Wasser springt, riskiere Kreislaufprobleme und Schlimmeres, warnt die Ärztekammer Westfalen-Lippe. Auch sollten sich Badende der Gefahren in unbewachten Gewässern bewusst sein.

Münster (epd). Angesichts der hohen sommerlichen Temperaturen warnt die Ärztekammer Westfalen-Lippe eindringlich davor, die Gefahren von Badeunfällen zu unterschätzen. „Wer stark erhitzt ins Wasser springt, setzt seinen Körper einem erheblichen Kältereiz aus“, erklärte Ärztekammer-Präsident Hans-Albert Gehle am Dienstag in Münster. Das könne zu Kreislaufversagen, Panikreaktionen oder Bewusstlosigkeit führen. Besonders gefährlich sei das Baden in Flüssen, Kanälen und unbewachten Seen. „Dort ist medizinische Hilfe oft nicht unmittelbar verfügbar“, unterstrich der Mediziner.

Unter fehlender Aufsicht könnten zudem Strömungen, Schiffsverkehr, schlechte Sicht und steile Ufer binnen Sekunden zu einer Notlage führen. Auch die Wasserqualität kann bei hohen Temperaturen problematisch werden und laut Gehle zu Gesundheitsgefährdungen führen: „In stehenden Gewässern können sich Blaualgen vermehren oder es kommt zu steigenden Keimbelastungen, die Hautreizungen, Übelkeit, Durchfall oder andere Beschwerden auslösen.“

„Kinder am und im Wasser nie unbeaufsichtigt lassen“

Der Ärztekammer-Präsident riet deshalb, Badeverbote unbedingt zu beachten und nur an bewachten Stellen zu baden. „Kinder sollten am und im Wasser nie unbeaufsichtigt gelassen werden“, appellierte er an Eltern. Im Notfall sollte sofort der Notruf 112 gewählt und Hilfe geholt werden, ohne sich selbst zu gefährden. Hintergrund ist eine gestiegene Zahl von Badeunfällen in unbewachten und ungesicherten Binnengewässern.