Gegen Hitze im Krankenhaus: Patienten wedeln sich mit Fächern Luft zu

Gegen Hitze im Krankenhaus: Patienten wedeln sich mit Fächern Luft zu
Deutschland stöhnt derzeit wegen hoher Temperaturen. Und die Hitze soll noch zunehmen. In Kliniken ist das ein besonderes Problem. Ein Krankenhaus in Osnabrück drückt Patienten nun ein einfaches Hilfsmittel in die Hand - einen Fächer.

Osnabrück (epd). Das Klinikum Osnabrück spendiert seinen Patienten gegen die aktuelle Hitze ein ebenso simples wie effektives Accessoire zur Abkühlung. Auf den Geriatrie- und Palliativstationen verteilen die Pflegekräfte Fächer, mit denen die Menschen sich selbst Luft zuwedeln könnten, wie das Krankenhaus am Montag mitteilte. „Man kann einen Fächer den Patienten direkt in die Hand geben und sie haben sofort eine Idee, was sie damit anfangen können“, sagte Pflegedienstleitung Annette Sechelmann. „Selbst bei kognitiven Einschränkungen funktioniert das.“

Die derzeitige Hitze mit Temperaturen von mehr als 30 Grad sei für alte und kranke Menschen in Kliniken eine besondere Belastung, erläuterte Anja Kwetkat, Chefärztin der Klinik für Geriatrie und Palliativmedizin. Das Osnabrücker Klinikum verfügt wie die meisten anderen Krankenhäuser in Deutschland nicht über eine Klimaanlage.

Prinzip der Verdunstungskälte

Schnell rückte laut Kwetkat deshalb das Prinzip der Verdunstungskälte in den Fokus. Durch den Luftstrom des Fächers verdunste der Schweiß auf der Haut schneller und es entstehe das subjektive Gefühl von Abkühlung. Nicht umsonst werde der Fächer in südlichen Ländern schon seit Jahrhunderten genutzt, betonte die Chefärztin.

Ventilatoren, die ebenfalls Verdunstungskälte produzierten, seien aus medizinischen Gründen ausgeschieden. Der stärkere Luftstrom könne Krankheitserreger verteilen. Die Resonanz auf die mit Namen versehenen Fächer fällt laut Pflegedienstleitung äußerst positiv aus. Frauen wie Männer „nutzen sie mit erstaunlicher Ausdauer und sichtbarer Begeisterung“.