Nairobi, Addis Abeba (epd). In Äthiopien hat die Regierungspartei die Parlamentswahlen mit der erwarteten absoluten Mehrheit gewonnen. Wie das Nachrichtenportal Addis Standard am Montagmorgen berichtete, benannte die Wahlbehörde die Zahl der Sitze für die Wohlstandspartei von Ministerpräsident Abiy Ahmed auf 438 von rund 500.
Das sind zwar 20 Mandate weniger als nach den letzten Wahlen, doch eine überragende Mehrheit, mit der die Partei auch künftig den Ministerpräsidenten stellt. Dem seit 2018 regierenden Abiy ist so eine weitere Amtszeit sicher. Nach der Aussöhnung mit dem Nachbarland Eritrea, für den Abiy 2019 den Friedensnobelpreis erhielt, haben neu aufflammende Konflikte in dem Vielvölkerstaat die in den Ministerpräsidenten gesetzten Hoffnungen vielfach enttäuscht. Von 2020 bis 2022 herrschte in der Region Tigray ein blutiger Krieg, von dem sich die Region noch lange nicht erholt hat.
Sicherheitslage angespannt
Mehr als 50 Millionen Menschen waren zur Stimmabgabe registriert. In Teilen der Regionen Tigray, Amhara und Oromia war die Wahl aufgrund der Sicherheitslage nicht möglich. Die Opposition in dem Land mit rund 135 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist unterfinanziert und wird drangsaliert. Auch unabhängige Medien haben mit Hürden zu kämpfen.
Auch bei den parallel stattfindenden Regionalwahlen holte die Wohlstandspartei nach Angaben der Wahlbehörde die Mehrheit der Stimmen. In mehreren Wahlbezirken wurden eine Neuauszählung der Stimmen oder Nachwahlen angeordnet.




