Gemeinsam die Stimme erheben und singen

Menschen singen gemeinsam
Evangelisch-Lutherische Kirche Norddeutschland
Mit einem Kirchenmusikfestival der Superlative will die Nordkirche mit "Leib und Seele singen, als würde man selbst zum Gesang" (Zitat Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt).
Kirchenmusikfest in Lübeck
Gemeinsam die Stimme erheben und singen
Tage voller Musik, Gemeinschaft und gelebter Vielfalt: Bis 21. Juni 2026 lädt die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) erstmals zum großen Kirchenmusikfest unter dem Motto "nord.kirche.klang" nach Lübeck ein.

"Die Stimme erheben und singen. Mit Leib und Seele singen, als würde man selbst zum Gesang. Und musizieren – voller Dankbarkeit für das Wunder des eigenen Lebens und der ganzen Schöpfung", mit diesen Worten hat Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt das Kirchenmusikfest "nord.kirche.klang" in der Innenstadt von Leipzig am Freitagabend eröffnet.

Kühnbaum-Schmidt stellte bei der Eröffnungsveranstaltung die Hoffnung, die Musik unmittelbar auszulösen vermag, in den Mittelpunkt. "So tragen unsere Kirchenchöre und die vielfältige Kirchenmusik Hoffnung in diese Welt. Eine Hoffnung, die in uns zum Klingen bringt, wie Gottes Liebe Gestalt gewinnt. Von Herzen danke ich allen, die mit ihrer Musik und ihrem Gesang davon erzählen, wie Gottes Güte und Liebe uns Tag für Tag neu umhüllen."

Tilman Jeremias, Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern, hat das Konzert zum 350. Todestag von Paul Gerhardt in St. Aegidien eröffnet. Dabei betonte er die universelle Kraft der Musik: "Musik ist eine Sprache, die uns unmittelbar berührt und uns miteinander verbindet. Sie ist eine universelle Ausdrucksform, die keine Übersetzung braucht und uns den Himmel ein wenig öffnet." 

Gleichzeitig begrüßte Nora Steen, Gäste und Mitwirkende des festlichen Eröffnungskonzerts der Blechbläser in St. Marien. Für die Bischöfin im Sprengel Schleswig und Holstein biete Musik einen direkten Zugang zur christlichen Botschaft: "Kirchenmusik ist eine der stärksten Sprachen des Glaubens: Sie verbindet Menschen, berührt Herzen und macht die Botschaft des Evangeliums auf besondere Weise erfahrbar." 

Großer Abschluss am 21. Juni 2026

Den Abschluss des Kirchenmusikfestivals bildet ein musikalischer Gottesdienst am Sonntag, 21. Juni, um 11 Uhr im Lohmühlenstadion. Wo sonst Fußballfans dem VfB Lübeck zujubeln, kommen Mitwirkende und Gäste noch einmal zusammen und lassen gemeinsam die Vielfalt der musikalischen Farben der Nordkirche erklingen. Bischöfin Fehrs predigt unter musikalischer Mitwirkung von Bischof Jeremias in diesem Schlussgottesdienst. 

Die EKD-Ratsvorsitzende hebt das Verbindende eines solchen Fests hervor: "Auch ich bin voller Dankbarkeit über ein Kirchenmusikfest, das ein Zeichen des Friedens und der Verbundenheit setzt in unserem Land, das mancherorts zutiefst zerrissen ist. Musik ist Herzenssprache. Wahrhaftig, kraftvoll und tröstlich." Die Musik lasse uns buchstäblich aufatmen, weil sie etwas verstehe vom Unfrieden und der Unruhe und zugleich mit Lebensglück und großer Freude verbinde.

"Und so singen und musizieren wir als Kirche inmitten dieser Gesellschaft den Angstschürern unsere Hoffnung entgegen, den harschen Abwertungen unsere Menschenfreundlichkeit und den Demokratiefeinden unsere Überzeugung, dass ausnahmslos jeder Mensch eine unverbrüchliche Würde von Gott geschenkt bekommen hat." Musik werde so zur Haltung – ob mit Bach, Paul Gerhardt oder Popmusik", so Fehrs weiter.