Frankfurt a.M., Berlin (epd). „Ärzte ohne Grenzen“ hat in Deutschland 2025 deutlich mehr Spenden erhalten als im Jahr davor. Die privaten Zuwendungen beliefen sich auf 261 Millionen Euro, wie die Organisation am Donnerstag bei der Veröffentlichung ihres Jahresberichts mitteilte. Das seien 16,6 Millionen Euro mehr als 2024. Die Einnahmen insgesamt hätten im vergangenen Jahr 268,6 Millionen Euro betragen. 2024 lagen sie demnach bei 251,8 Millionen Euro.
„Ärzte ohne Grenzen“ sei nicht direkt von den massiven Kürzungen staatlicher Mittel für die humanitäre Hilfe betroffen, da sich die Organisation weitgehend aus privaten Spenden finanziere, hieß es. Die Folgen bekomme das Personal dennoch zu spüren, „etwa, wenn Kliniken schließen müssen oder Impfkampagnen plötzlich unterbrochen werden“, erklärte die Vorstandsvorsitzende von „Ärzte ohne Grenzen“ Deutschland, Parnian Parvanta. Umso erfreulicher sei, dass 2025 auch die Zahl der Spenderinnen und Spender von rund 715.500 im Vorjahr auf 740.600 gestiegen sei.
Am meisten Hilfe für Jemen, Afghanistan, Sudan und Syrien
Der internationale Verbund von „Ärzte ohne Grenzen“ betrieb im vergangenen Jahr Projekte in mehr als 70 Ländern, wie aus dem Jahresbericht der deutschen Sektion hervorgeht. Davon sei die Arbeit in 45 Ländern und Regionen auch mit Spenden aus Deutschland finanziert worden. Am meisten Geld von deutschen Spenden floss demnach in die Arbeit im Jemen (17,1 Millionen Euro), in Afghanistan (16,5) sowie im Sudan und in Syrien (jeweils 15,3).
Die Hilfskürzungen traditioneller Geberländer, darunter die USA und europäische Staaten, rissen riesige Lücken in die Gesundheitsversorgung der Länder des globalen Südens, kritisierte die Organisation. So müssten Menschen im Südsudan kontaminiertes Wasser trinken, weil die Mittel für Wasser- und Sanitärprojekte gekürzt wurden. In Somalia und Ost-Äthiopien seien immer mehr Kinder schwer mangelernährt, weil die Familien weniger Hilfe gegen die anhaltende Dürre erhielten. Und im Jemen hätten mehrere Gesundheitszentren schließen müssen.



