Menschenrechtsanwalt in Uganda vom Militär verschleppt

Menschenrechtsanwalt in Uganda vom Militär verschleppt
Erias Lukwago verteidigt den Oppositionspolitiker Kizza Besigye, der wegen Hochverrats vor einem Militärgericht angeklagt ist. Nun ist der Menschenrechtsanwalt selbst verschleppt worden - vom Präsidentensohn.

Nairobi, Kampala (epd). In Uganda ist ein Menschenrechtsanwalt nach seiner Klage gegen Militärchef und Präsidentensohn Muhoozi Kainerugaba verschwunden. Der Verbleib von Erias Lukwago sei weiter unklar, sagte dessen Anwalt Medard Sseggona am Dienstagmorgen dem Sender NTV Uganda. Klar sei aber, dass Kainerugaba ihn am Montag habe abholen lassen. Der Militärchef hatte Lukwago davor mehrfach bedroht und gab am Montag indirekt mit Posts auf der Plattform „X“ dessen Entführung zu.

Lukwago hatte zuvor im Namen des Oppositionspolitikers Kizza Besigye eine Klage gegen Kainerugaba eingereicht, am Montag sollte die gerichtliche Vorladung zugestellt werden. Die Klage dreht sich um Posts auf der Plattform „X“, die Besigye diffamieren und beleidigen. Kainerugaba ist Sohn von Langzeitpräsident Yoweri Museveni (81) und wird als dessen Nachfolger gehandelt. Besigye steht wegen Hochverrats vor einem Militärgericht.

Gezielte Verfolgung von Oppositionellen

Kainerugaba macht immer wieder gezielt Jagd auf bestimmte Oppositionelle. Nach der Wahl im Januar ist Oppositionsführer Bobi Wine deshalb erst untergetaucht und dann in die USA ins Exil gegangen. Besigye, der mehrfach bei Wahlen gegen Museveni angetreten ist, wurde 2024 von ugandischen Sicherheitsbehörden im benachbarten Kenia gekidnappt und in Uganda vor Gericht gestellt. Der nun verschleppte Anwalt Lukwago gehört auch der Opposition an und war Bürgermeister der Hauptstadt Kampala.

Am Montagabend verbreitete Kainerugaba auf seinem „X“-Account Bilder des entführten Lukwago und schrieb dazu: „Dieser Dummkopf wird heute Nacht nicht schlafen, Peitsche...“. Die ugandische Anwaltskammer forderte Lukwagos sofortige und bedingungslose Freilassung.

Yoweri Museveni regiert das ostafrikanische Land seit über 40 Jahren und wurde im Januar laut offiziellen Angaben mit mehr als 70 Prozent für eine siebte Amtszeit gewählt. Die Opposition wirft ihm seit mehreren Wahlen Betrug vor, und Menschenrechtsorganisationen kritisieren sein brutales Vorgehen gegen die Opposition.