Zahl der Eintragungen in Organspende-Register gestiegen

Zahl der Eintragungen in Organspende-Register gestiegen
Während der Bundestag über eine Neuregelung der Organspende nachdenkt, steigt die Zahl der Menschen, die ihren Willen zu dem Thema im 2024 eingerichteten Online-Register dokumentieren. Die allermeisten wollen im Todesfall Spender sein.

Bonn (epd). Die Zahl der Menschen, die einen Eintrag im Organspende-Register vornimmt, ist gestiegen. Aktuell liegen rund 570.000 Erklärungen vor, Ende 2025 waren es rund 450.000, wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte am Dienstag in Bonn mitteilte. Insbesondere seit Einführung der elektronischen Patientenakte sei die Zahl der Eintragungen deutlich gestiegen.

In dem Online-Register können Bundesbürger seit gut zwei Jahren dokumentieren, ob sie nach ihrem Tod Organe spenden wollen oder nicht. Möglich ist auch, anzugeben, welche Organe man spenden möchte oder welche nicht. Die Dokumentation ist direkt im Register per Online-Ausweisfunktion oder über Apps der Krankenkassen möglich.

Bereitschaft zur Organspende hoch

Nach dem am Dienstag vom Bundesinstitut veröffentlichten Bericht für das vergangene Jahr belegen die Registrierungen die in Umfragen zutage tretende hohe Spendebereitschaft der Deutschen. 81 Prozent der Menschen, die sich registriert haben, stimmen demnach einer Organspende uneingeschränkt zu. Weitere gut sieben Prozent stimmen Spenden mit Einschränkungen zu. Knapp zehn Prozent haben ihren Widerspruch zur Organentnahme festgehalten. Rund zwei Prozent hielten fest, dass eine andere Person entscheiden soll.

Überdurchschnittlich oft widersprechen dem Bericht zufolge Menschen in den ostdeutschen Bundesländern einer Organspende. In Hamburg und Bayern sind die Zustimmungsraten am höchsten. Jüngere Menschen widersprechen deutlich seltener, schließen aber auch häufiger einzelne Organe oder Gewebe von der Spende aus. Bei älteren Menschen ist die Widerspruchsquote relativ hoch (21,5 Prozent der über 80-Jährigen).

Wegen der in Deutschland im Vergleich geringen Zahl von Organspenden wird im Bundestag über eine Neuregelung diskutiert. Aktuell ist Organspender, wer selbst oder dessen Angehörige zustimmen. Eine Gruppe von Abgeordneten will das Prinzip umkehren, indem Organspender wird, wer zu Lebzeiten nicht widersprochen hat.