Köln (epd). Die Frauenrechtsorganisation medica mondiale appelliert an die Bundesregierung, die Bekämpfung von sexualisierter Kriegsgewalt zur politischen Priorität zu machen. Zum internationalen Tag zur Beseitigung sexualisierter Gewalt in Konflikten (19. Juni) forderte die Organisation am Montag in Köln eine konsequente strafrechtliche Verfolgung. Auch müsse die Bundesregierung internationale Abkommen zum Schutz von Frauen und Überlebenden vorantreiben und umsetzen.
„Sexualisierte Kriegsgewalt ist kein Randthema einzelner Konflikte. Sie ist ein globales und historisch wiederkehrendes Muster“, erklärte die Gründerin und Vorstandsvorsitzende von medica mondiale, Monika Hauser. Ohne politischen Druck, konsequente Strafverfolgung und die Stärkung lokaler Frauenrechtsorganisationen werde sexualisierte Kriegsgewalt weiter eskalieren.
Anstieg von Kriegen bedeutet Anstieg sexualisierter Gewalt
Medica mondiale verwies auf Zahlen des Osloer Friedensforschungsinstituts, wonach 2024 der höchste Wert von Kriegen seit Beginn der Erfassung im Jahr 1946 gezählt wurde: 61 Konflikte in 36 Staaten. Auch die Zahl der dokumentierten Fälle von sexueller Gewalt sei laut einem UN-Bericht deutlich angestiegen.
Sexualisierte Gewalt sei ein Ausdruck von Machtungleichheiten und patriarchalen Strukturen, erklärte Hauser. Sie verschärfe sich in bewaffneten Konflikten und setze sich in Nachkriegsgesellschaften fort. Wer diese Gewaltspirale bekämpfen wolle, müsse ihre strukturellen Ursachen in den Blick nehmen. Stigmatisierung, Vergewaltigungsmythen und gesellschaftliches Schweigen erschwerten vielen Betroffenen den Zugang zu Unterstützung und Anerkennung.



