UN: Kürzungen führen zu schwersten Rückschlägen im Kampf gegen HIV

UN: Kürzungen führen zu schwersten Rückschlägen im Kampf gegen HIV
Die USA und andere westliche Länder streichen ihre Hilfen für medizinische und humanitäre Programme zusammen. Viele Menschen mit HIV warten nun vergeblich auf eine Behandlung.

Genf (epd). Das Hilfsprogramm der Vereinten Nationen Unaids hat vor den schwersten Rückschlägen seit Beginn des Kampfes gegen HIV und Aids gewarnt. Finanzkürzungen, Einschränkungen für die Zivilgesellschaft sowie die Diskriminierung von gefährdeten Menschengruppen drohten die Fortschritte von mehreren Jahrzehnten zunichtezumachen, erklärte die Unaids-Chefin Winnie Byanyima am Freitag in Genf.

Besonders betroffen seien arme Länder. So hänge die Aids-Bekämpfung in West- und Zentralafrika zu 90 Prozent von finanziellen Zuwendungen von außen ab. In Gebieten mit hoher HIV-Ausbreitung seien die Testprogramme zwischen 2024 und 2025 um 22 Prozent zurückgegangen. Die nicht getesteten HIV-Positiven hätten keinen Zugang zu lebensverlängernden Medikamenten und das Virus breite sich weiter aus.

Prävention gefährdet

Auch die Mittel für Kondome wurden Unaids zufolge gekürzt, in einigen Fällen um mehr als 90 Prozent. Die Einnahme von Medikamenten zur HIV-Prävention ging in den 62 Ländern, die Daten an Unaids übermitteln, zwischen 2024 und 2025 um 38 Prozent zurück. Die HIV-Prävention werde gerade in einer Zeit zurückgefahren, in der neue und bahnbrechende Methoden mit langer Wirksamkeit auf den Markt kommen, kritisierte Byanyima.

Dabei sei der Kampf gegen HIV und Aids eine Erfolgsgeschichte, betonte die Unaids-Chefin. Die Zahl der aidsbedingten Todesfälle sei um 56 Prozent von 1,3 Millionen im Jahr 2010 auf 570.000 im Jahr 2025 zurückgegangen. Die Zahl der Neuinfektionen sei seit 2010 um 43 Prozent auf 1,2 Millionen gesunken. Zudem erhielten 32,1 Millionen Menschen eine Behandlung. Den Angaben nach leben 40,9 Millionen Menschen mit HIV.

Fragiler Erfolg

Doch dieser Erfolg seit fragil, erklärte Byanyima. Fast neun Millionen Menschen hätten weiter keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Ohne nachhaltige Finanzierung aus dem In- und Ausland drohten Behandlungsunterbrechungen, was zu höheren Todeszahlen und steigenden Neuinfektionen führen werde.

Die USA und weitere westliche Regierungen kürzen die Budgets für medizinische und humanitäre Hilfe sowie bei der Entwicklungszusammenarbeit. Zumal die USA knüpfen weitere Unterstützung an strikte Bedingungen.