Berlin (epd). Der Paritätische Gesamtverband hat eigene Vorschläge zur Entlastung der Sozialsysteme vorgelegt. Hauptgeschäftsführer Joachim Rock erklärte am Freitag in Berlin, niemand bestreite, dass der Sozialstaat wirksamer und effizienter werden müsse. Effizienz bedeute aber, Ressourcen dorthin zu lenken, wo sie wirken. „Wer bei Prävention spart, gibt später das Dreifache für Krisenintervention aus“, sagte Rock.
Der Paritätische unterbreitete insgesamt 37 Vorschläge. So sollten etwa nur noch Personen in Polizei, Justiz und Militär verbeamtet werden, das bremse langfristig Pensions- und Beihilfelasten. Förderanträge sollten nicht mehr jährlich für dasselbe Projekt gestellt werden müssen, das entlaste Träger und Verwaltung.
Mehr Investitionen in Vorbeugung gefordert
Soziale Aufgaben sollten vorrangig von gemeinnützigen Trägern erbracht werden, schlug der Verband weiter vor. Denn anders als öffentliche und gewerbliche Träger könnten Hilfsorganisationen Ehrenamt und Spenden mobilisieren, sie schütteten auch keine Gewinne und Renditen aus.
Für die Bereiche Gesundheit, Pflege sowie Kinder- und Jugendhilfe forderte der Paritätische mehr Investitionen in Vorbeugung. Frühzeitige psychosoziale Unterstützung und niedrigschwellige Beratung könnten kostenintensive Akut- und Langzeitbehandlungen vermeiden. Gesundheitsfördernde Lebensbedingungen wie etwa gute Ernährung in Kitas und Schulen, Bewegung, Hitzeschutz, Sucht- sowie Gewaltprävention entlasteten das Gesundheitssystem langfristig.



