Oberstes US-Gericht stoppt Hinrichtung mit Stickstoff

Oberstes US-Gericht stoppt Hinrichtung mit Stickstoff
Das Oberste Gericht der USA hat eine Hinrichtung mittels Stickstoff gestoppt. Die Methode ist umstritten.

Washington (epd). In einem Rechtsstreit um eine Hinrichtung mit Stickstoff hat das Oberste Gericht der USA am Donnerstag (Ortszeit) einen Antrag des US-Bundesstaates Alabama abgelehnt, den 49-jährigen Jeffery Lee auf diesem Wege zu töten. Die Exekution war bereits für Donnerstag vorgesehen gewesen. Das Oberste Gericht entschied ohne nähere Begründung.

Untergeordnete Gerichte hätten geurteilt, dass die Hinrichtung mit Stickstoff vermutlich verfassungswidrig ist, berichtete der Fachdienst „scotusblog.com“. Die Methode könne zu großen Schmerzen führen.

Gefesselte bekommen Maske

Bei dieser Hinrichtungsart werden mit einer Maske auf einer Trage gefesselte Verurteilte gezwungen, Stickstoff einzuatmen. Der Tod tritt durch Sauerstoffmangel ein. Nach Angaben des US-Todesstrafeninformationszentrums wurde Stickstoff in den Vereinigten Staaten seit 2024 bei acht Hinrichtungen eingesetzt, siebenmal in Alabama und einmal in Louisiana. Nach Darstellung des Generalstaatsanwalts von Alabama sind Atemnot und Atembeschwerden bei der Hinrichtung nicht so schmerzhaft, dass sie unter ein entsprechendes Verfassungsverbot fallen.

Menschenrechtsverbände haben diese Hinrichtungsmethode als außerordentlich grausam kritisiert. Die meisten Exekutionen in den USA werden durch eine Injektion ausgeführt. Zulässig sind auch Strom und Erschießen. Das Urteil des Obersten Gerichts betrifft nur Lees Hinrichtung und ist kein generelles Verbot der Hinrichtung mit Stickstoff. Lee war 2000 wegen Raubmordes an zwei Personen zum Tod verurteilt worden.