Gesundheitsminister setzen auf Primärversorgung durch Hausärzte

Gesundheitsminister setzen auf Primärversorgung durch Hausärzte
Bei der Gesundheitsministerkonferenz in Hannover berieten die Ressortchefs der 16 Länder gemeinsam mit Bundesgesundheitsministerin Nina Warken über die Herausforderungen der Zukunft. Unter anderem sollen Hausärzte eine zentrale Rolle erhalten.

Hannover (epd). Im Blick auf die künftige medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten setzt die Gesundheitsministerkonferenz auf eine wirksame Primärversorgung durch Hausärzte. Sie sollten künftig zur zentralen Anlaufstelle werden und die Behandlung koordinieren, sagte Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi (SPD) als amtierender Vorsitzender der Konferenz am Donnerstag in Hannover zum Abschluss des Treffens.

„Wir brauchen viele gut ausgebildete Allgemeinmediziner, Kinderärzte und Internisten, die die Menschen an der Basis behandeln und auf der ersten Ebene feststellen, was der nächste Schritt ist“, sagte Philippi. Wie „Stellwerker“ sollten sie die Patientenströme steuern und die Menschen zu Fachärzten vermitteln. In einem einstimmigen Beschluss forderte die Konferenz Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) auf, ein solches Modell zügig auf den Weg zu bringen.

Referentenentwurf für Ende des Sommers erwartet

Warken kündigte für Ende des Sommers einen Referentenentwurf dazu an. Dabei sollten auch die Apotheken eine besondere Rolle erhalten, indem sie etwa Impfungen und „Check-ups“ übernähmen, sagte sie in Hannover. Das Konzept soll zunächst in Modellregionen erprobt werden: „Erste Wirkungen werden die Menschen im Jahr 2028 spüren.“

Im Blick auf die umstrittenen Kürzungspläne für die Finanzierung der Krankenhäuser zeigte sich Warken gesprächsbereit. „Es geht jetzt darum zu sehen, wo Änderungsbedarf ist und wie wir auch das Ziel erreichen können, das Sparvolumen zu heben“, sagte sie. Dafür wolle sie gemeinsam mit den Ländern Lösungen suchen.

Diskussion um Krankenhaus-Finanzierung

Die Bundesministerin hatte angekündigt, dass Tarifsteigerungen beim Krankenhauspersonal von der gesetzlichen Krankenversicherung künftig nicht mehr voll refinanziert werden sollen, um die Beiträge stabil zu halten. Dagegen hatten am Mittwoch in Hannover rund 8.000 Beschäftigte aus Krankenhäusern und Pflegeheimen lautstarken Protest erhoben. Sie sehen die Existenz vieler Kliniken bedroht und die Versorgung gefährdet.