Genf (epd). Zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt ist laut UN-Flüchtlingshilfswerk die Zahl der Menschen auf der Flucht im Jahresverlauf gesunken. Ende 2025 habe es weltweit 117,8 Geflüchtete und Vertriebene gegeben, erklärte das UNHCR am Donnerstag in Genf. Das seien 5,4 Millionen Männer, Frauen und Kinder oder vier Prozent weniger als Ende 2024.
In seinem Weltflüchtlingsbericht erklärt das UNHCR den Rückgang der Zahl in erster Linie mit der Heimkehr von 14,7 Millionen Menschen. Darunter seien 4,4 Millionen Flüchtlinge und 10,3 Millionen Binnenvertriebene gewesen.
Rückkehr und neue Flucht
Vor allem seien Menschen nach Afghanistan, in die Demokratische Republik Kongo, in den Sudan und nach Syrien zurückgekehrt. Allerdings kehrten etliche Menschen nicht freiwillig zurück, betonte das UNCHR: Auf sie warteten schwere und unsichere Bedingungen. Den Angaben zufolge mussten 2025 rund 5,4 Millionen Menschen neu vor Gewalt und Verfolgung in andere Länder flüchten.
Insgesamt leben laut UNHCR 70 Prozent aller Flüchtlinge weltweit seit Jahren im Exil und viele unterhalb der Armutsgrenze. Deshalb rief der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Barham Salih, die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung einer neuen Initiative auf. „Für Flüchtlinge geht es zunächst ums Überleben, aber die Flucht bestimmt zu oft dauerhaft ihre Lebensrealität“, sagte Salih.
Dauervertriebene im Blick
Er kündigte als Ziel an, die Zahl der Flüchtlinge, die schon lange vertrieben und auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, im nächsten Jahrzehnt um mehr als die Hälfte zu senken. Der Fokus liegt laut UNHCR auf Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, die weltweit die meisten Flüchtlinge aufnehmen. Erreicht werden soll das Ziel durch freiwillige Rückkehr, Aufnahmeprogramme, humanitäre Visa sowie durch den Übergang von reiner Nothilfe zu wirtschaftlicher Eigenständigkeit.



