Kirchenbanken warnen vor Risiken für Pflege und Krankenhäuser

Kirchenbanken warnen vor Risiken für Pflege und Krankenhäuser
Nach neuen Regelungen für die Finanzwirtschaft sollen Kredite an Nachhaltigkeitskriterien der Kunden ausgerichtet werden. Banken sehen dadurch aber auch Krankenhäuser und den Pflegebereich massiv gefährdet.

Essen (epd). Banken im Bereich der Kirchen warnen vor Verschlechterungen bei der Finanzierung der Pflege und Krankenhäuser durch Änderungen im Kreditwesengesetz. Die neuen Vorgaben zu Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsrisiken (ESG) erhöhten den Druck auf soziale und gesundheitliche Einrichtungen, erklärte die Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) mit weiteren fünf Banken am Mittwoch in Essen. Das könne zu weniger Pflegeplätzen und einem Investitionsstau in Kliniken und Pflegeheimen führen.

Nach der ESG-Richtlinine seien Banken verpflichtet, Nachhaltigkeitsrisiken systematisch zu erfassen und offenzulegen. Dazu gehöre auch die Bewertung der ökologischen Nachhaltigkeit ihrer Kunden. Soziale und gesundheitliche Einrichtungen müssten für den Erhalt ihrer Kapitaldienstfähigkeit ihre ökologische Leistungsfähigkeit nachweisen und Emissionen senken.

Existenz von Einrichtungen ohne größere Rücklagen gefährdet

Entsprechende Investitionen könnten bislang jedoch nicht ausreichend refinanziert werden. Für Einrichtungen, die weder über große Rücklagen noch über alternative Finanzierungsmöglichkeiten verfügten, seien dann in ihrer Existenz gefährdet, erklärten die Banken. Ohne Kredite gebe es für sie keine Modernisierung und ohne Modernisierung keine Zukunftsfähigkeit. Die Leistungsfähigkeit dieser systemrelevanten Branche könne sinken, wenn sie bei der nachhaltigen Transformation nicht mehr öffentliche Unterstützung erhielten.

Viele Einrichtungen, insbesondere Krankenhäuser, seien strukturell energieintensiv und könnten ihren Verbrauch nur begrenzt reduzieren, hieß es in der Erklärung der Banken. Zugleich fehlten aufgrund bestehender Kostenträgerstrukturen häufig die finanziellen Mittel für notwendige nachhaltige Investitionen.

Daher müsse die soziale Bedeutung der jeweiligen Branche stärker berücksichtigt werden. Ökologische Ziele müssten zudem gleichrangig mit sozialen Anforderungen in Leistungs- und Vergütungssysteme integriert werden. Unterzeichnet ist die Erklärung von der Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank), der GLS Gemeinschaftsbank, der Pax Bank für Kirche und Caritas, SozialBank, der Evangelischen Bank sowie der Bank im Bistum Essen.