LSVD-Geschäftsführer besorgt über queerfeindliche Gewalttaten

LSVD-Geschäftsführer besorgt über queerfeindliche Gewalttaten
Vor 25 Jahren outete sich Klaus Wowereit öffentlich als schwul. Nach diesem "Meilenstein für die queere Community" sei die Akzeptanz für queere Menschen heute rückläufig, beklagt der Verband Queere Vielfalt.

Berlin (epd). Der Geschäftsführer des Verbandes Queere Vielfalt (LSVD) Berlin-Brandenburg zieht ein gemischtes Fazit zur Akzeptanz von Schwulen, Lesben und Transgendern. 25 Jahre nach dem Outing des SPD-Politikers Klaus Wowereit sagte Florian Winkler-Schwarz am Mittwoch im RBB-Inforadio, dass queere Menschen zwar „mehr und mehr“ Teil der Gesellschaft seien. Zugleich nehme aber auch Queerfeindlichkeit zu.

Im vergangenen Jahr habe es in Berlin 723 Gewalttaten gegen queere Menschen gegeben. „Das ist eine Zahl, die uns enorm besorgen sollte“, sagte Winkler-Schwarz. Unter Verweis auf einen Fachbericht konstatierte er einen Rückgang der Akzeptanz von offen queer lebenden Menschen in Deutschland. Nur noch 44 Prozent der Befragten und damit weniger Menschen als im Vorjahr unterstützten dies. Damit liege Deutschland hinter den USA oder Polen, sagte Winkler-Schwarz.

„Meilenstein für die queere Community“

Der spätere Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, sagte am 10. Juni 2001 auf einem Sonderparteitag der Berliner SPD den berühmt gewordenen Satz: „Ich bin schwul - und das ist auch gut so“. Winkler-Schwarz sagte dazu am Mittwoch rückblickend: „Das war auf jeden Fall ein Satz, der in die Geschichtsbücher eingeht und auch ein Meilenstein für die queere Community.“

Ähnlich historisch könnte heute der Satz „Ich bin Profifußballspieler und schwul - und das ist auch gut so“ sein. Gerade im Sport, besonders im Männerbereich, sei es noch nicht „in Ordnung oder selbstverständlich“, geoutet zu sein, sagte Winkler-Schwarz.