Bonn (epd). Der Mai 2026 war laut EU-Klimadienst Copernicus der weltweit zweitwärmste Mai seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. In Europa habe er intensive Hitzewellen gebracht, im Pazifik Rekordtemperaturen, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Bestandsaufnahme.
Der vergangene Monat sei in Europa von einem raschen Übergang von deutlich unterdurchschnittlichen Temperaturen zu einer der intensivsten Hitzewellen geprägt gewesen, die jemals zu einem so frühen Zeitpunkt im Jahresverlauf beobachtet worden seien. In einigen Ländern seien dabei zahlreiche Temperaturrekorde für den Mai gebrochen worden. Das Ereignis sei bemerkenswert, erklärt der Klimadienst, stehe aber im Einklang mit der raschen Erwärmung Europas und dem langfristigen Trend zu häufigeren, intensiveren und früher auftretenden Hitzewellen.
Nur im Mai 2024 wärmer
Den Copernicus-Daten zufolge lag die weltweit durchschnittliche Oberflächen-Lufttemperatur bei 15,81 Grad Celsius. Das seien 0,55 Grad mehr als der Durchschnitt für diesen Monat im Zeitraum 1991 bis 2020 und 1,42 Grad über dem geschätzten vorindustriellen Wert, heißt es in dem Bericht. Nur im Mai 2024 sei die globale Durchschnittstemperatur noch höher gewesen.
Mit Blick auf die Niederschläge verzeichnete Copernicus in Europa einen deutlichen Kontrast im Mai: In weiten Teilen West-, Mittel- und Osteuropas hätten ungewöhnlich trockene Bedingungen geherrscht. Dagegen sei es in der Türkei, Bulgarien und Moldawien zu weitreichenden Überschwemmungen gekommen, in Teilen Nordeuropas, der Türkei und der Schwarzmeerregion seien mehr Niederschläge als sonst gefallen.
Der EU-Dienst Copernicus veröffentlicht regelmäßig Berichte zum Stand des Klimawandels, etwa zur Temperaturentwicklung und zur Eisschildschmelze.



