Berlin, Lima (epd). Nach der Stichwahl um das Präsidentenamt in Peru zeichnet sich ein enges Ergebnis ab. Nach Auszählung von rund 93 Prozent der Stimmen am Montagmorgen (Ortszeit) lag die Rechtspopulistin Keiko Fujimori mit knapp 50,1 Prozent vorn. Ihr Kontrahent, der Linkspopulist Roberto Sánchez, kam laut der nationalen Wahlbehörde auf rund 49,9 Prozent. Zu Beginn der Auszählung hatte Fujimori noch mit mehreren Prozentpunkten geführt.
Nach dem Urnengang am Sonntag hatte Sánchez sich noch am Abend vor Tausenden Anhängern im Zentrum der Hauptstadt Lima siegessicher gegeben. „Heute beginnt der Tag, an dem wir den mafiösen Pakt aus der Regierung vertreiben werden“, erklärte Sánchez laut der Zeitung „La República“. Auf der Plattform X schrieb Sánchez später, „wir warten geduldig auf den Willen des Volkes“.
Langes Warten auf Ergebnis
Fujimori, die Tochter des von 1990 bis 2000 autoritär regierenden Alberto Fujimori, erklärte am Wahlabend: „Ich werde das Wahlresultat respektieren, egal wie die Wahl ausgeht.“ Fujimori befindet sich das vierte Mal in Folge in der Stichwahl und hat versprochen, mit harter Hand gegen die steigende Kriminalität im Land vorzugehen. In der Vergangenheit hatte sie die Wahlergebnisse mehrmals angezweifelt.
Peru hatte innerhalb der vergangenen zehn Jahre insgesamt acht Präsidenten. Geprägt von politischer Instabilität sind Kriminalität und Korruption im Land stark gestiegen. Bei der ersten Wahlrunde öffnete die Wahlbehörde aufgrund technischer Fehler manche Wahllokale erst gegen Nachmittag, weshalb die Abstimmung um einen Tag verlängert werden musste. Später benötigte sie über einen Monat, um ein endgültiges Wahlergebnis festzustellen. Aufgrund mehrerer Tausend beanstandeter Wahlakten könnte es auch dieses Mal einige Tage dauern, bis ein endgültiges Ergebnis feststeht.



