Berlin, Buenos Aires (epd). In Argentinien haben am Mittwoch (Ortszeit) mehrere hunderttausend Personen in verschiedenen Städten gegen anhaltende Gewalt gegen Frauen und Femizide demonstriert. Die feministische Organisation NiUnaMenos (Deutsch: „Keine Weniger“) hatte zu den Protesten aufgerufen. In Buenos Aires füllte sich der zentrale Platz vor dem Kongressgebäude mit mehrheitlich Frauen, die Plakate gegen alltägliche Gewalt und für ein Leben in Sicherheit in die Luft hielten, berichtete die Zeitung La Nación.
Auf der Bühne kritisierte die Organisation die aktuelle Regierung unter Präsident Javier Milei. Er treibe eine antifeministische Politik voran, die Schutzprogramme für Frauen und Trans-Personen streiche und dadurch das Leben der betroffenen Personen gefährde.
Gefängnis als Ziel
Die ehemalige Sicherheitsministerin unter Milei und aktuelle Senatorin, Patricia Bullrich, bezeichnete die Proteste auf der Plattform „X“ dagegen als „Marketing“. Unter ihrer Zeit als Ministerin seien Femizide um 25 Prozent zurückgegangen, so Bullrich weiter. „Ein Vergewaltiger soll keinen Genderkurs erhalten, sondern wissen, dass sein Ziel das Gefängnis ist“, schrieb sie.
In Argentinien gilt seit 2012 ein Gesetz, das Femizide, also geschlechtsspezifische Morde an Frauen, Mädchen und Trans-Frauen besonders hart bestraft. Die argentinische Justiz zählt etwa 250 Tötungen jährlich unter diesem Straftatbestand. 2025 wurde mit 200 Fällen die geringste Anzahl an Femiziden seit Beginn der Zählung im Jahr 2017 registriert. Präsident Milei forderte im Jahr 2025 den Straftatbestand des Femizids abzuschaffen.



