Nairobi (epd). Bei Protesten gegen ein Ebola-Quarantänezentrum für US-Bürger in Kenia sind Medienberichten zufolge zwei Menschen getötet worden. Beide Todesopfer wurden laut Recherchen des britischen Senders BBC am Montag von Sicherheitskräften in der zentralkenianischen Stadt Nanyuki erschossen, wie die BBC am Dienstag berichtete. In der durch die USA finanzierten Isolationsstation auf dem Gelände eines kenianischen Luftwaffenstützpunktes sollen US-Bürger und Bürgerinnen behandelt werden, die dem Ebola-Virus im Kongo ausgesetzt waren.
Der kenianische Präsident William Ruto hatte am Montag erklärt, er habe den Plänen im Sinne der langen Freundschaft mit den USA zugestimmt. Bereits am Freitag hatte das Hohe Gericht in der Hauptstadt Nairobi die Pläne jedoch vorerst gestoppt. Am Dienstag forderte das Gericht Rutos Regierung auf, das Abkommen mit den USA für die umstrittene Einrichtung zu veröffentlichen. Laut US-Medien soll das Quarantänezentrum in der Region Laikipia über 50 Betten verfügen.
In Kenia bisher keine Ebola-Fälle
Das Katiba-Institut, das sich für die Einhaltung der kenianischen Verfassung einsetzt, hatte die Klage gegen das Quarantänezentrum eingereicht. Das Institut verwies auf schwerwiegende verfassungsrechtliche Bedenken hinsichtlich des Rechts auf Leben und Gesundheit.
Vor knapp drei Wochen war ein Ebola-Ausbruch im Osten der Demokratischen Republik bekannt geworden, mit bisher laut den jüngsten Daten der kongolesischen Behörden 321 nachgewiesenen Infektionen, von denen 48 tödlich endeten. Auch in Uganda wurden Fälle gemeldet, im benachbarten Kenia jedoch bisher nicht.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der schnellen Ausbreitung des Virus einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Für die Virus-Variante Bundibugyo, die für den Ausbruch verantwortlich ist, gibt es derzeit weder Medikamente noch eine Impfung.



