Neuer Rekord bei Anfragen an Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Neuer Rekord bei Anfragen an Antidiskriminierungsstelle des Bundes
2025 haben sich rund 15 Prozent mehr Menschen an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes gewandt als im Vorjahr. Ein Großteil des Beratungsbedarfs betraf rassistische Vorfälle.

Berlin (epd). Immer mehr Menschen wenden sich wegen ungerechtfertigter Benachteiligung an die Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Im Jahr 2025 sei mit 13.067 Fällen ein neuer Höchstwert registriert worden, teilte die Antidiskriminierungsstelle am Dienstag mit. Im Vergleich zu 2024 stieg die Zahl demnach um 15 Prozent.

„Das sind keine Einzelfälle“, sagte die unabhängige Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman bei der Vorstellung des Jahresberichts 2025 in Berlin. „Das dürfen wir nicht kleinreden.“

Fallzahl binnen fünf Jahren fast verdoppelt

Mit Abstand am häufigsten wurden der Antidiskriminierungsstelle rassistisch motivierte Benachteiligungen gemeldet - diese machten 43 Prozent der Fälle aus. Es folgten Diskriminierungen wegen einer Behinderung oder einer chronischen Krankheit (28 Prozent) und Benachteiligung aufgrund des Geschlechts (22 Prozent).

In den vergangenen fünf Jahren habe sich die Gesamtzahl der Fälle nahezu verdoppelt, sagte Ataman. Gleichwohl zeige diese Statistik „nur die Spitze des Eisbergs“, betonte die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. „Die meisten Menschen machen Diskriminierung mit sich alleine aus.“

Ataman warf der Politik vor, das Thema nicht ernst zu nehmen. Sie verwies unter anderem auf die geplante Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG), die vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Dieser Entwurf werde dem Reformbedarf „nicht mal ansatzweise gerecht“, urteilte Ataman. „Das ist bitter.“