Bonn (epd). Der Tierschutzbund fordert, die Anbindehaltung in Deutschland zu verbieten. Etwa eine Million Rinder würden in dieser Form gehalten, darunter 410.000 Milchkühe, erklärte der Deutsche Tierschutzbund am Montag in Bonn zum Internationalen Tag der Milch (1. Juni). „Milch entsteht nicht im idyllischen Bilderbuchstall, sondern oft unter Bedingungen, die aus Tierschutzsicht nicht akzeptabel sind“, sagte Melanie Dopfer, Fachreferentin der Organisation für Tiere in der Landwirtschaft. Kühe seien soziale und bewegungsaktive Tiere. Der Verband fordert deshalb ein „klares gesetzliches Verbot“ für die ganzjährige wie auch die saisonale Anbindehaltung.
In der Anbindehaltung sind Rinder an einem Platz im Stall angebunden oder in Halsrahmen fixiert. „Ihre arteigenen, natürlichen Grundbedürfnisse werden dadurch erheblich und langandauernd eingeschränkt“, kritisierte der Tierschutzbund. Eine mögliche Anbindehaltung bei Milchkühen ist im Handel an der Kennzeichnung mit Haltungsform 1 oder 2 erkennbar. Niedersachsen hatte im Februar als erstes Bundesland angekündigt, das Anbinden von Rindern zu verbieten.



