Bielefeld (epd). Wegen eines Messerangriffs vor einer Bar in Bielefeld hat ein Syrer eine lebenslange Haftstrafe erhalten. Das Oberlandesgericht Düsseldorf verurteilte den Mann am Montag wegen vierfachen versuchten Mordes und Beteiligung an einer ausländischen terroristischen Vereinigung zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung, wie eine Gerichtssprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. (AZ: III-5 St 5/25)
Nach Einschätzung der Bundesanwaltschaft ist der Mann wegen seiner radikal-islamischen Gesinnung nach wie vor gefährlich. Gegen das Urteil kann der Syrer Revision einlegen, über die dann der Bundesgerichtshof entscheiden müsste.
Nach Einschätzung des Gerichts verfolge der Mann seine radikale dschihadistische Einstellung weiter, sagte die Gerichtssprecherin. So sei er weiterhin der Meinung, dass Ungläubige für den Kampf für den wahren Glauben, den Dschihad, sterben müssten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich der Mann 2015 in Syrien dem „Islamischen Staat“ (IS) angeschlossen hat. Auch nach seiner Einreise nach Deutschland im Sommer 2023 soll er der Terrororganisation verbunden geblieben sein.
Gezielt auf Gäste eingestochen
Der aus Syrien stammende Mann hatte am frühen Morgen des 18. Mai 2025 vor einem Lokal in Bielefeld gezielt auf Gäste eingestochen. Dabei wurden vier Menschen lebensgefährlich verletzt. Einen Tag später wurde der Mann in Heiligenhaus im Kreis Mettmann festgenommen.
Der Mann lebte vor dem Angriff in einer Flüchtlingseinrichtung in Harsewinkel im Kreis Gütersloh. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hatte ihm im Dezember 2023 den Aufenthaltsstatus des subsidiären Schutzes erteilt.



