Magdeburger Bischof: AfD spricht "den Bauch" an

Magdeburger Bischof: AfD spricht "den Bauch" an
Mit rationalen Argumenten sei der AfD nicht beizukommen, sagt der Magdeburger katholische Bischof Feige. Er und seine Kirche werden schon jetzt diffamiert.

München, Magdeburg (epd). Sachliche Argumente helfen laut dem katholischen Bischof von Magdeburg, Gerhard Feige, nicht gegen die Positionen der AfD. „Die AfD schafft es, den Bauch anzusprechen, die Instinkte und die Ängste“, sagte Feige der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag). „Wir hingegen versuchen, dem mit rationalen Argumenten beizukommen, aber Hirn und Bauch, das trifft sich dann nicht.“ In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt, die AfD erzielt derzeit in Umfragen Spitzenwerte von über 40 Prozent Zustimmung.

Er sehe die freiheitlich-pluralistische Demokratie insgesamt in einer gewaltigen Krise, sagte Feige weiter. „Eine solche Staatsform bedeutet auch Unsicherheit und ist auf das Engagement vieler angewiesen.“

Gespräch mit Siegmund

Der Bischof berichtete auch von einem Gespräch mit dem AfD-Spitzenkandidaten für die Landtagswahl, Ulrich Siegmund, vor einigen Jahren. Das Gespräch habe damals auf Wunsch Siegmunds „von Katholik zu Katholik“ stattgefunden. „Aber schon damals waren unsere Positionen unversöhnlich. Vermutlich habe ich ihn als Jugendlichen sogar gefirmt“, sagte Feige. Inzwischen sei Siegmund aber aus der Kirche ausgetreten.

Feige berichtete von Anfeindungen gegen ihn und die katholische Kirche. „Wir werden beschimpft, lächerlich gemacht und unter Druck gesetzt“, sagte der 74-jährige Bischof.

Der AfD-Landesverband hatte im April sein sogenanntes Regierungsprogramm für die Landtagswahl verabschiedet. Darin greift die Partei auch die Kirchen als Institution an. Sie will die Privilegien der „Kirchensteuerkirchen“ abschaffen, wie sie die evangelische und katholische Kirche nennt. Der AfD-Landesverband wird vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft.