Mülheim, Ruhr, Hamm (epd). Die für Samstagmittag in Hamm angekündigte Demonstration unter dem Motto „Zukunft statt Gas - Energiewende verteidigen“ muss an einem anderen Ort starten. Ursprünglich hatten Umweltschützer und Klimaaktivisten eine Auftaktkundgebung vor dem Gersteinwerk in Werne-Stockum geplant. Die Polizei hatte das untersagt und die Demonstrationsroute verlegt. Ein vom Aktionsbündnis eingereichter Eilantrag gegen das Verbot scheiterte am Freitag sowohl vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen (AZ: 14 L 1017/26) als auch vor dem Oberverwaltungsgericht NRW in Münster (AZ: 15 B 580/26). Der Demonstrationszug muss nun mehr als einen Kilometer vom Kraftwerk entfernt starten.
„Wir bedauern die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Münster, doch lassen uns davon nicht entmutigen“, teilten die Organisatoren mit. Sie kündigten an, dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer während der Kundgebung zu einem großen menschlichen Windrad formieren wollten. Geplant sind zudem Redebeiträge von Vertretern von Fridays for Future, Campact, BUND und Greenpeace. Die Organisationen fordern einen sofortigen Kurswechsel „weg von fossilem Gas und hin zu einer konsequenten, sozial gerechten Energiewende“.
Aktionen an Firmengeländen im Ruhrgebiet
Am Freitag hatten bereits mehrere Hundert Klimaaktivisten im Ruhrgebiet gegen den von der Bundesregierung geplanten Bau neuer Gaskraftwerke protestiert. Blockaden gab es unter anderem an einem Stahlwerk und einem metallverarbeitenden Betrieb in Mülheim an der Ruhr, wie die Polizei Dortmund mitteilte. Die Aktionen richteten sich nach Angaben des Bündnisses „Ende Gelände“ unter anderem gegen einen Hersteller von Gaspipelines und ein Rüstungsunternehmen.
In Gelsenkirchen drangen nach Angaben der Polizei 250 Personen auf das Gelände des Gaskraftwerks in Gelsenkirchen-Scholven vor, da dort der Neubau eines weiteren Kraftwerksblocks geplant ist. An einem ehemaligen Kraftwerksstandort in Voerde versuchten laut Polizei 300 Personen, auf das Gelände zu gelangen, Polizeikräfte hätten das Eindringen jedoch verhindert. In Hamm gab es nach Polizeiangaben einen Demonstrationszug mit rund 500 Teilnehmern durch die Stadt. In Essen versammelten sich einige Klimaaktivisten auf dem RWE-Platz.



