Gewalt erschüttert Kolumbien kurz vor der Präsidentschaftswahl

Gewalt erschüttert Kolumbien kurz vor der Präsidentschaftswahl
Die Sicherheitslage in Kolumbien ist kurz vor der Wahl weiter angespannt. Bei Kämpfen zwischen Splittergruppen der früheren Farc-Guerilla wurden fast 50 Menschen getötet.

Bogotá (epd). Der Endspurt des Präsidentschaftswahlkampfes in Kolumbien ist von Gewalt überschattet worden. Bei Kämpfen zwischen zwei Splittergruppen der früheren Farc-Guerilla in der Amazonas-Provinz Guaviare seien 48 Menschen getötet worden, sagte der Bürgermeister von San José del Guaviare, Willy Rodríguez, dem Fernsehsender Caracol am Donnerstag (Ortszeit). Der scheidende linke Präsident Gustavo Petro hinterlässt trotz seines Vorhabens eines umfassenden Friedens eine angespannte Sicherheitslage in Teilen des südamerikanischen Landes.

Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am Sonntag werden drei von zwölf Kandidaten Chancen ausgerechnet. Der linke Senator und Menschenrechtler Iván Cepeda (63) liegt in allen Umfragen vorn, gefolgt vom ultrarechten Anwalt Abelardo de la Espriella (47) und der konservativen Senatorin Paloma Valencia (48). De la Espriella und Valencia kritisieren die Reformregierung Petros scharf.

Ultrarechter inszeniert sich als Außenseiter

Bei den Parlamentswahlen im März hatte Petros und Cepedas Sammelbewegung „Pacto Histórico“ eine relative Mehrheit erzielt. Zweitstärkste Kraft war Valencias Partei „Centro Democrático“ um ihren Mentor, den ehemaligen Präsidenten Álvaro Uribe. De la Espriella, der sich ähnlich wie Argentiniens ultrarechter Präsident als aggressiver Außenseiter inszeniert, kann nur auf wenige Parlamentarier zählen.

Wahlberechtigt sind über 41 Millionen Kolumbianerinnen und Kolumbianer. Die Verfassung lässt eine Wiederwahl des populären Staatschefs Petro nicht zu. Wenn kein Kandidat die absolute Mehrheit erzielt, kommt es am 21. Juni zu einer Stichwahl.