Hannover (epd). Zwei Jahre nach einem Angriff auf das türkische Generalkonsulat in Hannover hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei Männer beim Jugendrichter des Amtsgerichts Hannover erhoben. Sie wirft ihnen besonders schweren Landfriedensbruch und Sachbeschädigung vor, wie die Staatsanwaltschaft Hannover auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) am Freitag mitteilte. Über die Eröffnung des Hauptverfahrens habe nun das Amtsgericht zu entscheiden.
Den heute 20 und 22 Jahre alten Männern wird den Angaben zufolge vorgeworfen, im März 2024 mit etwa zehn weiteren bislang unbekannten Tätern nach einer pro-kurdischen Demonstration in der Innenstadt zum türkischen Generalkonsulat gerannt zu sein. Anschließend soll der 22-Jährige mit einem Beil auf die Fassade des Konsulats eingeschlagen und der 20-Jährige Steine gegen das Gebäude geworfen haben. Dabei soll ein Sachschaden in einem mittleren dreistelligen Bereich entstanden sein.
Vier weitere Tatverdächtige
Kurz nach dem Vorfall habe der Staatsschutz vier weitere Tatverdächtige ermittelt, hieß es. Bei dreien seien die Ermittlungen eingestellt worden, weil sich die Tatbeteiligung nicht sicher nachweisen ließ. Gegen den vierten wurde das Ermittlungsverfahren laut Staatsanwaltschaft abgetrennt, weil der Aufenthalt unbekannt ist.
Das Auswärtige Amt hatte den Angriff scharf verurteilt. Botschaften und Konsulate stünden unter besonderem Schutz, erklärte das Ministerium kurz danach auf dem Kurznachrichtendienst X. Anlass der pro-kurdischen Demonstration waren Lynchangriffe von Türken auf Kurden in Belgien. Das türkische Außenministerium sieht in den Angreifern auf das Konsulat Anhänger der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK). Das Bundesinnenministerium stuft die PKK als Terrororganisation ein.



