Nairobi, Kinshasa (epd). Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC hat die Verhängung von Einreisebeschränkungen als Reaktion auf den Ebola-Ausbruch im Ostkongo kritisiert. Es sei eine „Schande“, wie westliche Länder mit afrikanischen Ländern umgingen, sagte der Generaldirektor von Africa CDC, Jean Kaseya, bei einer Pressekonferenz in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa am Donnerstag.
Gezielte Maßnahmen seien nötig, nicht aber allgemeine Einschränkungen, die die regionale Wirtschaft träfen und die Reisefreiheit von Millionen Menschen beschnitten - auch wenn in ihren Ländern noch kein einziger Fall gemeldet worden sei, sagte Kaseya. In dieser Phase des Ausbruchs brauche es einen gemeinsamen Plan zur Eindämmung und Verbeugung sowie ausreichend Budget.
Etwa 1.000 Verdachtsfälle
Vor rund zwei Wochen war ein Ebola-Ausbruch im Ostkongo bekannt geworden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief angesichts der schnellen Ausbreitung des Virus kurz darauf einen internationalen Gesundheitsnotstand aus. Laut Africa CDC gibt es aktuell rund 1.000 Verdachtsfälle, 129 Fälle im Kongo wurden bestätigt, acht Fälle in Uganda.
Kanada und die USA haben mit Einreisesperren für Menschen aus dem Kongo, Uganda und Südsudan auf den Ausbruch reagiert. Im Südsudan wurde bisher kein Fall bestätigt. Die USA wollen zudem ein Quarantänezentrum für US-Bürger in Kenia einrichten. Ruanda und Uganda haben ebenfalls Einschränkungen angekündigt.
Kein Impfstoff zugelassen
„Wir sollten unsere Schwestern und Brüder nicht aussperren, sondern sinnvolle Gesundheitsmaßnahmen im Grenzbereich umsetzen“, sagte Kaseya und kritisierte zudem ungleich verteilte Mittel für die Bekämpfung von Infektionskrankheiten. „Wenn der Ausbruch in einem westlichen Land wäre, hätten wir schon eine Impfung“, sagte der Africa-CDC-Direktor.
Gegen die für den Ausbruch verantwortliche Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus gibt es keinen zugelassenen Impfstoff, wodurch eine Eindämmung zusätzlich erschwert wird. Eine Infektion mit der Variante verläuft Schätzungen zufolge in 25 bis 50 Prozent der Fälle tödlich.



