Hannover (epd). Die Zahl der medizinischen Gewebespenden in Deutschland ist erneut gestiegen. Das am meisten gespendete Gewebe war 2025 mit großem Abstand erneut die Augenhornhaut, wie die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) am Donnerstag in Hannover mitteilte. Dieses Gewebe wurde 8.139 Menschen nach ihrem Tod entnommen, um es anderen Menschen einsetzen zu können. Hinzu kamen Herzklappen oder Blutgefäße sowie Knochen, Sehnen oder Bänder. Dennoch bestehe weiterhin ein Mangel an Geweben.
Insgesamt versorgte die DGFG im vergangenen Jahr 9.789 Patientinnen und Patienten mit einem Gewebetransplantat. Das entsprach einer Steigerung um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es gab 12.161 Aufklärungsgespräche, wobei am Ende in 4.598 Fällen einer Entnahme von Gewebe zugestimmt wurde. Das entspricht einer Zustimmungsquote von 37,8 Prozent.
Entscheidungslast meist bei den Hinterbliebenen
Noch immer träfen zum Großteil Angehörige eine Entscheidung anhand des mutmaßlichen Willens der Verstorbenen, hieß es weiter. Nur rund 31 Prozent der Verstorbenen hätten ihren Willen zu Lebzeiten schriftlich dokumentiert oder mündlich mitgeteilt.
Martin Börgel, Geschäftsführer der DGFG, sagte: „Das ist noch immer zu wenig. Angehörige können in der Entscheidungsfindung nur entlastet werden, wenn der eigene Wille bekannt ist“. Ein Eintrag im Organspende-Register oder ein ausgefüllter Organspendeausweis schafften Klarheit.
Ein besonderer Engpass herrsche weiterhin bei Herzklappen, sagte Börgel. Die DGFG habe im vergangenen Jahr 423 Anfragen erhalten und sei mit 204 zur Transplantation abgegebenen Herzklappen lediglich in der Lage gewesen, etwas weniger als die Hälfte zu bedienen. Ärzte setzten Herzklappen in der Behandlung kindlicher Herzklappenfehler oder bei dem Ersatz degenerierter oder infizierter Herzklappen ein. Je nach Alter können Spenderherzklappen bis zu 20 Jahre im Körper der Transplantierten voll funktionsfähig bleiben.



