Bei AfD-Wahlsieg: "Omas gegen Rechts" warnen vor Folgen für Schulen

Bei AfD-Wahlsieg: "Omas gegen Rechts" warnen vor Folgen für Schulen
Ein AfD-Wahlsieg im September in Sachsen-Anhalt hätte auch für das Bildungswesen "unvorstellbare Konsequenzen", warnen die "Omas gegen Rechts". In einem Brief an die Bildungsministerinnen und -minister fordern sie Vorkehrungen.

Magdeburg, Nagold (epd). Die „Omas gegen Rechts“ appellieren in einem offenen Brief an die Bildungsministerinnen und -minister der Länder, Vorkehrungen für einen möglichen Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September zu treffen. Ein AfD-Wahlsieg hätte auch für das Bildungswesen „unvorstellbare Konsequenzen“, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Brief.

Auf der Kultusministerkonferenz (KMK) am 11. und 12. Juni müsse deshalb sichergestellt werden, dass die AfD die Bildungspolitik in Sachsen-Anhalt nicht radikal umgestalten und zur Indoktrination der jungen Generation missbrauchen könne. „Lassen Sie nicht zu, dass die AfD in Sachsen-Anhalt Schulleitungen und Lehrkräfte einschüchtern, Bildungspläne beliebig ändern und ihr unliebsame Themen einfach streichen kann“, so der Appell.

Neutralität bedeute nicht zu schweigen

Aus Sicht der AfD sei beispielsweise die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus im Geschichtsunterricht eine „Verewigung eines Schuldkomplexes“. Das Thema Demokratiebildung sei der Partei ebenfalls ein Dorn im Auge. Die Wissenschaftliche Kommission der KMK habe bereits 2024 empfohlen, auch für die Fächer Geschichte und Politik Bildungsstandards einzuführen. Dies wäre zwingend, ebenso für die Sexualkunde.

Die Ankündigungen der AfD beträfen auch nicht nur Sachsen-Anhalt. Bundesweit vermieden Lehrkräfte zunehmend politische Diskussionen im Unterricht, unter anderem mit Verweis auf eine Neutralitätspflicht. Die KMK müsse deshalb klarstellen, dass 'Neutralität' nicht bedeute, „zu Antisemitismus, Demokratieverachtung, Frauenfeindlichkeit, Rassismus etc. zu schweigen“.