Oranienburg, Berlin (epd). Vor dem Besuch von Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in der Gedenkstätte Sachsenhausen bei Oranienburg hat deren Leiter Axel Drecoll auf massive Bildungslücken über die NS-Zeit hingewiesen. Im Interview mit dem Inforadio des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) schloss Drecoll am Donnerstag nicht aus, dass es sich etwa bei rechtsextremen oder neonazistischen Eintragungen in Gästebüchern um Provokationen handele. „Es muss nicht immer eine Gesinnung dahinterstecken. Aber mit Sicherheit tut es das auch und das ist besorgniserregend“, sagte Drecoll.
In der Regel wüssten Schüler wenig über Konzentrationslager und den Nationalsozialismus, sagte der Gedenkstätten-Leiter. Gedenkstätten könnten wichtige Eindrücke bieten. Schülerinnen und Schüler könnten so erfahren, „hier ist es gewesen“. Es gebe die baulichen Relikte, „auch wenn die Gedenkstätte nicht das historische Konzentrationslager ist“.
Familiäre Bezüge lassen nach
Familiäre Bezüge fielen durch den zeitlichen Abstand zu den Geschehnissen immer mehr weg. Umso wichtiger sei die Beschäftigung mit den Biografien der Opfer. Diese seien ein sehr wichtiger Zugang, betonte der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten.
Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) besucht am Donnerstag gemeinsam mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) die Gedenkstätte im früheren Konzentrationslager Sachsenhausen in Oranienburg. Unter dem NS-Regime waren im KZ Sachsenhausen zwischen 1936 und 1945 mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Mindestens 55.000 von ihnen starben.



