"Ärzte ohne Grenzen" startet Großeinsatz gegen Ebola im Kongo

"Ärzte ohne Grenzen" startet Großeinsatz gegen Ebola im Kongo
Medizinisches Material, logistische Ausrüstung, Schutzanzüge und Medikamente: In den Ebola-Gebieten im Ostkongo kämpft "Ärzte ohne Grenzen" gegen eine weitere Ausbreitung des tödlichen Virus.

Frankfurt a.M. (epd). Mit Tausenden Schutzanzügen und Dutzenden Tonnen medizinischen Materials unterstützt „Ärzte ohne Grenzen“ den Kampf gegen Ebola in der Demokratischen Republik Kongo. Mehrere Hundert Kolleginnen und Kollegen seien bereits in der Region und bereiteten gemeinsam mit den kongolesischen Gesundheitsbehörden den großangelegten Hilfseinsatz vor, erklärte die medizinische Hilfsorganisation am Mittwoch in Berlin.

Die Zahl der Ebola-Todesfälle habe sich innerhalb weniger Tage auf mehr als 220 nahezu verdreifacht, ein schnelles Handeln sei nötig, betonte „Ärzte ohne Grenzen“. Dazu seien bereits 60.000 Schutzanzüge in die Einsatzregion gebracht worden, acht Tonnen an Hilfsgütern seien auf dem Weg aus der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa in den Osten des Landes. Am Donnerstag solle ein Transport von 68 Tonnen medizinischem Material und logistischer Ausrüstung von Belgien in den Ostkongo starten. Gleichzeitig würden in den betroffenen Gebieten Isolationsbereiche sowie Strukturen für Diagnostik, Behandlung und Infektionsschutz aufgebaut.

Fehlende Schutzvorkehrungen

In der verarmten und von Jahrzehnten der Gewalt erschütterten Region im Ostkongo, in der der jüngste Ebola-Ausbruch seinen Ausgang nahm, ist das Gesundheitssystem massiv geschwächt, oft fehlt es am Nötigsten. Eine Behandlung unter den nötigen Schutzvorkehrungen, um eine weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen, ist daher schwierig. Ebola wird durch Kontakt von Körperflüssigkeiten von Mensch zu Mensch übertragen - mit hohem Ansteckungsrisiko etwa bei der Pflege von Kranken.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) registrierte bis Wochenbeginn rund 100 Erkrankungen und geht von über 900 Verdachtsfällen und 220 Toten aus. Die große Spanne zwischen bestätigten und vermuteten Infektionen liegt daran, dass es für die Bundibugyo-Variante, die für den aktuellen Ausbruch verantwortlich ist, keine Schnelltests gibt. Auch eine Impfung und gezielte Therapie gibt es nicht.