Karl Lauterbach: Mehr Entwicklungshilfe nötig zum Schutz vor Ebola

Karl Lauterbach: Mehr Entwicklungshilfe nötig zum Schutz vor Ebola
Der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach fordert gegen den jahrelangen Trend mehr Geld für Entwicklungshilfe. Es gehe um humanitäre Leistungen, aber vor allem auch um Eigenschutz.

Düsseldorf (epd). Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat angesichts der Ausbreitung des Ebola-Virus in Afrika eine deutliche Erhöhung der deutschen Ausgaben für Entwicklungshilfe gefordert. Deutschland solle seinen Etat für das Entwicklungsministerium wie den für Verteidigung konsequent aufstocken, nicht zusammenstreichen, sagte Lauterbach der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Mittwoch). Es gehe um humanitäre Leistungen, aber vor allem auch um Eigenschutz.

Die gekürzten Mittel der USA trügen bereits dazu bei, dass Gesundheitssysteme in afrikanischen Ländern wie dem Kongo zerfallen. So könnten sich extrem gefährliche Viren wie Ebola rascher ausbreiten und Pandemien mit wirtschaftlichen Folgen auch für Deutschland auslösen, warnte der Mediziner Lauterbach.

Flüchtlingswellen wegen Krankheiten

„Zugleich drohen durch erodierende Gesundheitssysteme Flüchtlingswellen aus afrikanischen Ländern Richtung Europa“, sagte der Bundestagsabgeordnete. Die populistischen Forderungen von rechten Parteien nach Einschnitten bei der Entwicklungszusammenarbeit seien völlig falsch. „Solche Kürzungen können sich bitter rächen für uns“, sagte der SPD-Politiker.

Nach Angaben des Entwicklungsministeriums soll der Etat für das Haus laut dem Eckwertebeschluss des Bundeskabinetts vom April im kommenden Jahr um knapp 600 Millionen Euro auf rund 9,5 Milliarden Euro sinken. Damit würde er das fünfte Jahr in Folge schrumpfen und seit 2022 um knapp ein Drittel zurückgehen.