Berlin (epd). Sowohl Erwachsene als auch Kinder wünschen sich einer Umfrage zufolge weitreichende Veränderungen im deutschen Bildungssystem. So sprechen sich 93 Prozent der befragten Erwachsenen für mehr Personal an Schulen und Kitas zur Entlastung der Fachkräfte aus, wie das Deutsche Kinderhilfswerk am Dienstag in Berlin mitteilte. Bei den Kindern landete von den abgefragten Verbesserungsideen der Wunsch nach kostenlosen Kitas, Schulen und Lernmaterialien mit 88 Prozent Zustimmung auf Platz eins.
87 Prozent der befragten Kinder wünschten sich den Angaben zufolge bundeseinheitliche Bildungsstandards und -bedingungen - diese Option landete auch bei den Erwachsenen auf Platz zwei mit 91 Prozent. Auf den dritten Platz kam bei den Befragten unter 18 ein schneller Schulzugang von geflüchteten Kindern (78 Prozent), bei den Erwachsenen war es der kostenfreie Bildungszugang (90 Prozent).
Mehr Hilfe für Familien in schwieriger Lage
Um sozial benachteiligten Kindern zu helfen, halten sowohl die Erwachsenen (94 Prozent) als auch die Kinder (88 Prozent) verbindliche Lern- und Sprachförderangebote für besonders sinnvoll. Die zweithöchste Zustimmung bekamen in beiden Gruppen Unterstützungsangebote für besonders belastete Familien (Erwachsene: 91 Prozent, Kinder: 86 Prozent), auf dem dritten Platz landeten flächendeckende Schulsozialarbeit und psychosoziale Beratung (Erwachsene: 87 Prozent, Kinder: 81 Prozent).
Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) begrüßte die Umfrageergebnisse bei der Vorstellung in Berlin. Sie zeigten den Finanzverantwortlichen in Bund und Ländern, dass mehr Investitionen in das Bildungssystem „kein Nice-to-have“ seien, sondern „eine Art von Schicksalsfrage für unsere Nation“.
Für den Kinderreport 2026 hatte das Meinungsforschungsunternehmen Forsa im Januar 1.002 Erwachsene und 1.006 Kinder zwischen 10 und 17 Jahren mit einem Online-Tool befragt. Das Deutsche Kinderhilfswerk gibt jedes Jahr eine Umfrage in Auftrag, in der es um einen bestimmten Aspekt der UN-Kinderrechte und deren Umsetzung geht.



