Genf (epd). Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR hat einen russischen Raketenangriff auf eines seiner Lagerhäuser in der Ukraine scharf verurteilt. Bei der Attacke auf das angemietete Lagerhaus in der Stadt Dnipro seien mindestens zwei Menschen getötet worden, sagte die UNHCR-Repräsentantin in der Ukraine, Bernadette Castel-Hollingworth, am Freitag in Genf.
Zudem hätten Menschen Verletzungen erlitten und eine beträchtliche Menge an Hilfsgütern sei zerstört worden. Es sei der erste Angriff dieser Art auf eine Einrichtung des UNHCR seit Beginn der großangelegten russischen Invasion im Februar 2022 gewesen. Der Beschuss habe sich am Mittwoch ereignet.
Der Angriff auf das Lagerhaus sei im Zuge einer allgemeinen Eskalation der russischen Angriffe in der ganzen Ukraine erfolgt. Die Vertreibungen und Evakuierungen aus den Frontgebieten hielten unvermindert an.
Zehntausende Evakuierte
Seit Anfang 2026 hätten fast 47.000 Evakuierte die vom UNHCR unterstützten Transitzentren durchlaufen. Die tatsächliche Zahl der Vertriebenen dürfte jedoch höher liegen, hieß es. Viele Familien flüchteten, ohne in den Transitzentren Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Vor mehr als vier Jahren hatte Russlands Präsident Wladimir Putin die Großinvasion der Ukraine befohlen. UN-Ermittler und Menschenrechtsorganisationen werfen russischen Truppen das Verüben von Kriegsverbrechen in der Ukraine vor, darunter den absichtlichen Beschuss ziviler Einrichtungen.




