Zahl neuer Wohnungen 2025 erneut gesunken

Zahl neuer Wohnungen 2025 erneut gesunken
Die Zahl neuer Wohnungen war 2025 so niedrig wie lange nicht mehr. Zuletzt wurden 2012 noch weniger Wohnungen fertiggestellt. Während Verbändebündnis Wohnungsbau von "dramatischen" Zahlen spricht, zeigt sich Ministerin Hubertz optimistisch.
22.05.2026
epd
Von Susanne Rochholz und Dirk Baas (epd)

Wiesbaden, Berlin (epd). Die Zahl der neuen Wohnungen in Deutschland ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Wert seit mehr als einem Jahrzehnt gesunken. 2025 wurden rund 206.600 Wohnungen fertiggestellt, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Das war ein Rückgang um 18 Prozent und der niedrigste Wert seit 2012. Für das Verbändebündnis Wohnungsbauzeige zeigt das schonungslos, dass „Deutschland in einer tiefen strukturellen Wohnbaukrise steckt. Wir liegen weiter unter dem gesellschaftlich notwendigen Bedarf von 400.000 Wohnungen pro Jahr“, kommentierte es.

Die Zahl der neu gebauten Wohnungen sank den Angaben zufolge das zweite Jahr in Folge deutlich, bereits 2024 gab es ein Minus von 14,4 Prozent. Zuletzt sei die Zahl 2012 mit 200.500 niedriger gewesen, teilte das Bundesamt weiter mit. Ein Plus gab es dagegen bei den Baugenehmigungen.

Ministerin optimistisch wegen Baugenehmigungen

Die seien Anlass für Optimismus, sagte Bauministerin Verena Hubertz (SPD) der „Rheinischen Post“ (Samstag), zeigte sich aber zugleich besorgt wegen der rückläufigen Zahlen 2025. Die Baugenehmigungszahlen im Jahr 2025 sowie im ersten Quartal 2026 zeigten „deutlich nach oben. Unsere Baupolitik, die auf Investitionen, Beschleunigung und die Reduzierung der Baukosten setzt, zeigt bereits Wirkung.“

Mit 306.400 neuen Wohnungen hatte die Bautätigkeit im Jahr 2020 ein 20-Jahres-Hoch erreicht. Seitdem sinkt die Zahl. 2021 bis 2023 waren der Statistikbehörde zufolge jeweils noch rund 294.000 neue Wohnungen hinzugekommen.

Rückgang vor allem in Ostdeutschland

Die Zahlen enthalten laut der Statistikbehörde sowohl neu geschaffene Wohnungen in Alt- und Neubauten als auch in Nichtwohngebäuden, etwa Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden. In Ostdeutschland fiel der jüngste Rückgang prozentual mehr als doppelt so stark aus wie im Westen.

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen stieg 2025 gegenüber dem Vorjahr um 10,6 Prozent auf 238.100 und übertraf die Zahl der fertiggestellten Wohnungen. Der Bauüberhang, das sind bereits genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Wohnungen, bewegte sich den Angaben zufolge zum Jahresende 2025 mit 760.700 Wohnungen auf Vorjahresniveau.

„Absturz auf unter 200.000 neuen Wohnungen droht“

Das Verbändebündnis hatte nach eigenen Angaben beim zurückliegenden Wohnungsbau-Tag Ende März ein Vier-Punkte-Programm vorgelegt, um die Trendwende beim Wohnungsbau zu schaffen. „Fast zwei Monate später sind wir keinen Schritt weiter“, rügten die Verbände. Die Branchen-Experten erwarten in diesem Jahr sogar einen Absturz auf unter 200.000 neu gebaute Wohnungen. „Das ist nicht einmal die Hälfte der Neubauwohnungen, die es geben müsste“, kritisierte das Bündnis.

Die Fertigstellungszahlen seien „kein Schicksal, sondern das Ergebnis jahrelanger, unzureichender Rahmenbedingungen. Auf verschlechterte Finanzierungsbedingungen wurde mit komplexen, kleinteiligen Förderprogrammen, weiter verschärften Anforderungen und damit Kostensteigerungen reagiert.“ Das habe den Wohnungsneubau und die Modernisierung abgewürgt.

Für den Immobilienverband Deutschland erklärte Präsident Dirk Wohltorf, wer jetzt wegen des Bauturbos oder leicht steigender Genehmigungszahlen schon zufrieden sei, ignoriere die harte Realität. „Für Wohnungssuchende und Familien, die Wohneigentum bilden wollen, zählt nicht, was geplant oder genehmigt wird. Entscheidend ist, was tatsächlich gebaut wird und bezogen werden kann.“ Bauen müsse schneller, einfacher und kostengünstiger werden. „Nur so entstehen die Wohnungen, die dringend gebraucht werden.“