Fall Egenberger: Bundesarbeitsgericht entscheidet pro Diakonie

Fall Egenberger: Bundesarbeitsgericht entscheidet pro Diakonie

Erfurt (epd). Kirchliche Arbeitgeber können bei Stellenangeboten mit „christlichem Profil“ von Bewerberinnen und Bewerbern eine Kirchenmitgliedschaft verlangen. Das hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt im langjährigen Rechtsstreit zwischen der Sozialpädagogin Vera Egenberger und dem Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung am Donnerstag entschieden. (AZ: 8 AZR 194/25 (F) Stellt die Kirchenzugehörigkeit für eine ausgeschriebene Stelle eine berufliche Anforderung dar, kann dies im Rahmen des verfassungsrechtlich geschützten Selbstbestimmungsrecht der Kirchen und ihrer Einrichtungen von Bewerbern auch gefordert werden, urteilte das höchste deutsche Arbeitsgericht.

Dem Urteil war seit Ende 2012 ein Streit zwischen der diakonischen Einrichtung und der Bewerberin über eine Stellenabsage vorausgegangen, die die Klägerin auf ihre fehlende Kirchenmitgliedschaft zurückgeführt hatte. Das BAG urteilte jedoch, dass der kirchliche Arbeitgeber Egenberger mit der Stellenabsage nicht wegen der Religion diskriminiert habe. Eine Entschädigung stehe ihr nicht zu.