Klimafinanzierung steigt 2024 auf mehr als 136 Milliarden Dollar

Klimafinanzierung steigt 2024 auf mehr als 136 Milliarden Dollar
Neue Zahlen der Industrieländer-Organisation OECD zeigen: Die Klima-Hilfsgelder für Länder des globalen Südens sind 2023 und 2024 gestiegen. Klimaexperten blicken dennoch besorgt auf die kommenden Jahre.
21.05.2026
epd
Von Moritz Elliesen (epd)

Frankfurt a.M., Paris (epd). Im Kampf gegen die Klimakrise sind 2024 laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) 136,7 Milliarden Dollar aus Industrienationen in Länder des globalen Südens geflossen. Damit sei - wie auch im Vorjahr - das Ziel erreicht worden, jährlich mindestens 100 Milliarden Dollar an Klimafinanzierung zu mobilisieren, teilte die OECD am Donnerstag mit. 2023 lag die Summe den Angaben zufolge bei 132,8 Milliarden Dollar. Die weltweiten Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit aus dem vergangenen Jahr, die sich auch auf die Klima-Hilfen auswirken könnten, sind in den Daten allerdings noch nicht erfasst.

Die Gelder fließen sowohl in Maßnahmen zur Einsparung von Treibhausgasen als auch in die Anpassung an die Folgen der Klimakrise. Erstmals war die international vereinbarte Zielmarke von 100 Milliarden Dollar im Jahr 2022 erreicht worden, zwei Jahre später als ursprünglich vorgesehen.

Klimaexperte warnt vor neuen Kürzungen

OECD-Generalsekretär Mathias Cormann lobte, dass das 100-Milliarden-Dollar-Ziel 2024 das dritte Jahr in Folge erreicht worden sei. Dies zeige das „klare Bekenntnis“, Entwicklungsländer bei der Anpassung und Minderung des Klimawandels zu unterstützen, sagte Cormann.

Bei der Erfassung der Geldströme werden sowohl staatliche Zuschüsse berücksichtigt als auch private Investitionen, die durch öffentliche Beteiligung ermöglicht wurden, etwa durch Garantien. Laut den Daten der Industrieländer-Organisation OECD lagen die so mobilisierten privaten Mittel 2024 bei rund 30,5 Milliarden Dollar und damit deutlich über den 22,9 Milliarden Dollar aus dem Vorjahr.

Kritik von Klimaexperten

Für 2025 liegen noch keine Daten vor. Der Oxfam-Klimaexperte Jan Kowalzig warnte mit Blick auf die weltweiten Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit im vergangenen Jahr vor einem spürbaren Rückgang der Klima-Hilfen.

Zugleich bemängelte Kowalzig, dass der Großteil des Wachstums über die Mobilisierung privater Investitionen realisiert worden sei. Darüber ließen sich zwar durchaus Maßnahmen sinnvoll finanzieren, etwa zum Umbau der Energiesysteme in Schwellenländern, sagte Kowalzig. „Den ärmsten Ländern hilft das allerdings nicht.“ Sie seien vor allem auf öffentliche Zuschüsse angewiesen, um etwa Programme zur Anpassung an den Klimawandel umzusetzen und Menschen vor Unwetterkatastrophen oder dem steigenden Meeresspiegel zu schützen.

Neues Finanzierungsziel bis 2035

Auch der Umweltverband WWF kritisierte, dass die OECD-Zahlen nicht die aktuelle Lage abbildeten. Zudem entspreche die Zielmarke von 100 Milliarden US-Dollar nicht den tatsächlichen Bedarfen. Schätzungen der Vereinten Nationen zeigten, dass Länder des globalen Südens bis 2035 pro Jahr bis zu 365 Milliarden Dollar allein für die Anpassung an den Klimawandel benötigten.

Das international vereinbarte 100-Milliarden-Dollar-Ziel galt bis 2025. Bei der 29. Weltklimakonferenz in Baku im Jahr 2024 einigte sich die Staatengemeinschaft auf eine Erhöhung der Klimafinanzierung auf mindestens 300 Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2035. Das neue Finanzierungsziel war hochumstritten und hatte den Gipfel fast zum Scheitern gebracht. Entwicklungsländer hatten vor allem mehr öffentliche Zuschüsse gefordert.