Nairobi, Bunia (epd). Der Ebola-Ausbruch im Kongo verschärft laut dem Menschenrechtler Charles Yenga die Lage in einer von Not und Gewalt beherrschten Region im Osten des Landes. Die Provinz Ituri befinde sich in einer schweren humanitären und gesundheitlichen Krise, sagte das Mitglied der Bürgerbewegung Lucha in der Regionalhauptstadt Bunia dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Bereits vor dem Ausbruch der Infektionskrankheit in der Demokratischen Republik Kongo war die Lage in der östlichen Bergbauregion Yenga zufolge schwierig. Seit Januar seien Hunderte Zivilistinnen und Zivilisten bei Angriffen unterschiedlicher Milizen getötet worden, die um die Kontrolle der reichen Rohstoffvorkommen kämpfen. Diese schlechte Sicherheitslage verhindere nun, dass medizinische Teams die vom Ebola-Fieber betroffenen Dörfer erreichen können.
Mobilität und Vertreibung führt zu Ausbreitung
Der Ebola-Ausbruch in der Ituri-Provinz war Ende vergangener Woche bekannt geworden. Bereits am Sonntag rief die Weltgesundheitsorganisation wegen der schnellen Ausbreitung des Virus einen internationalen Gesundheitsnotstand aus. Derzeit geht sie von rund 600 Verdachtsfällen und 139 mutmaßlich an Ebola gestorbenen Menschen aus. Gegen die Bundibugyo-Variante gibt es, anders als gegen andere Virusstränge weder Medikamente noch einen Impfstoff, weshalb es schwer ist, die Infektionskette zu unterbrechen.
Eine wichtige Rolle bei der Ausbreitung spiele auch die Mobilität der Bevölkerung in der Region, sagte Yenga. „Die Menschen in Ituri leben in direktem Kontakt mit Uganda und den umliegenden Provinzen, daher hat sich die Krankheit auch dorthin ausgebreitet.“ Zudem seien durch die Massaker der Milizen Hunderttausende Menschen aus ihren Dörfern geflohen, die jetzt auf der Flucht lebten. Gesundheitszentren und Schulen seien geschlossen.
Versorgung und Handel eingeschränkt
Auch der Alltag gestaltet sich laut Yenga schwieriger. So sei der Handel eingeschränkt, was die Wirtschaft der Provinz und die Versorgung mit Nahrungsmitteln beeinträchtige. „Eine weitere Folge von Ebola ist, dass Verstorbene derzeit ohne ihre Angehörigen beerdigt werden“, berichtete der Menschenrechtler. Das wirke sich negativ auf die Gemeinschaft aus.
Teams der Weltgesundheitsorganisation sind nun vor Ort, um die lokale Gesundheitsinfrastruktur bei der Eindämmung des Virus zu unterstützen. Auch zusätzliche Schutzausrüstung ist diese Woche am Flughafen in Bunia angekommen.




