Weltgesundheitsorganisation fürchtet weiteren Anstieg der Ebola-Fälle

Weltgesundheitsorganisation fürchtet weiteren Anstieg der Ebola-Fälle
Wenige Tage nach der Ausrufung des internationalen Gesundheitsnotstandes bleibt die Ebola-Lage im Osten des Kongo kritisch. Die Weltgesundheitsorganisation warnt vor einer Ausbreitung in städtischen Gebieten.

Genf (epd). Trotz der Bemühungen zur Eindämmung des Ebola-Ausbruchs fürchtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen weiteren Anstieg der Fälle im Osten der Demokratischen Republik Kongo und anderen Ländern. Das Virus breite sich auch in städtischen Gebieten weiter aus, erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf.

Tedros sprach von fast 600 Verdachtsfällen und 139 mutmaßlich an Ebola gestorbenen Menschen. Es seien auch Todesfälle unter dem medizinischen Personal gemeldet worden, was auf eine Übertragung im Gesundheitswesen hindeute.

Keine Impfstoffe

In der betroffenen Region im Kongo gebe es erhebliche Bevölkerungsbewegungen. Die Provinz Ituri sei äußerst unsicher, sagte Tedros. Der dort herrschende Konflikt habe sich seit Ende 2025 verschärft, wodurch mehr als 100.000 Menschen neu vertrieben worden seien. Es handele sich zudem um ein Bergbaugebiet mit hohem Verkehrsaufkommen, was das Risiko einer weiteren Ausbreitung erhöhe. Gegen die Bundibugyo-Variante, die für den Ausbruch verantwortlich ist, gibt es keine zugelassenen Impfstoffe oder Therapeutika.

Angesichts dieser Risiken habe die WHO eine internationale Reaktion mobilisiert, sagte Tedros. Die WHO und Partner unterstützen den Ausbau der Überwachung, der Kontaktverfolgung, der Testkapazitäten und der klinischen Versorgung. Hilfsgüter seien tonnenweise geliefert worden. Zudem prüft die WHO, welche Impfstoffkandidaten oder Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen.

Hochansteckende Infektion

Das Ebola-Fieber ist eine hochansteckende, schwere Infektion. Eine Erkrankung nach einer Ansteckung mit der Bundibugyo-Variante verläuft nach Einschätzung der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC in 25 bis 50 Prozent der Fälle tödlich.