Organisation: Kürzungen in Entwicklungshilfe leisten Ebola Vorschub

Organisation: Kürzungen in Entwicklungshilfe leisten Ebola Vorschub
Die Hilfsorganisation IRC macht internationale Hilfskürzungen für das verzögerte Erkennen des Ebola-Ausbruchs im Kongo mitverantwortlich.

Berlin, Kinshasa (epd). Die internationalen Kürzungen in der Entwicklungshilfe leisten laut der Hilfsorganisation IRC der Ausbreitung von Ebola Vorschub. So fehle im Ostkongo Geld für Gesundheits- und Vorsorgeprogramme, was auch das frühzeitige Erkennen der Krankheit behindert habe, erklärte die Hilfsorganisation am Mittwoch in Kinshasa.

„Die Hilfskürzungen haben die Region in eine äußerst gefährliche Lage gebracht“, erklärte IRC-Landesdirektorin Heather Reoch Kerr. Der starke Anstieg der gemeldeten Fälle in den vergangenen Tagen mache deutlich, dass jetzt erst Übertragungen erfasst würden, die vermutlich vor längerem stattgefunden hätten.

Kein Geld für Infrastruktur und Prävention

Vor 2025 habe die US-Regierung zahlreiche Gesundheits- und Vorsorgeprogramme von IRC im Osten der Demokratischen Republik Kongo finanziert, erklärte die Hilfsorganisation. Dazu hätten neben der Behandlung übertragbarer und nicht übertragbarer Erkrankungen auch Krankheitsüberwachungssysteme sowie Infrastruktur für Wasser, Sanitärversorgung und Infektionsprävention gehört. Abfallentsorgung, Triage-Zonen, Handwaschstationen, Duschen und Latrinen seien unverzichtbare Elemente für den sicheren Umgang mit Ausbrüchen infektiöser Krankheiten.

Ein Großteil dieser Finanzierung für Nichtregierungsorganisationen habe jedoch im März 2025 geendet. Allein IRC habe die Programmarbeit deshalb in der Provinz Ituri, wo der aktuelle Ebola-Ausbruch seinen Ursprung nahm, von fünf auf zwei Gebiete reduzieren müssen. „Gezielte Vorsorge in Hochrisikogebieten ist entscheidend, um Infektionsketten zu unterbrechen“, betonte Reoch Kerr.

Nach dem jüngsten Ebola-Ausbruch im Kongo hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine „Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ ausgerufen. Die Erkrankung verläuft in vielen Fällen tödlich, für die Überlebenschancen ist eine frühzeitige Behandlung der Symptome entscheidend.