Düsseldorf (epd). Angesichts einer geplanten Reform der Pflegeversicherung hat die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, vor Einschnitten gewarnt. „Wer jetzt allein auf steigende Pflegezahlen schaut und daraus ableitet, Schwellenwerte anzuheben oder Leistungen einzuschränken, greift zu kurz“, sagte Bentele der „Rheinischen Post“ (Mittwoch). Die steigende Zahl an Pflegebedürftigen zeige, dass Pflegebedürftigkeit heute früher erkannt und akzeptiert werde. Das sei eine positive Entwicklung. Denn nur wer im System erfasst sei, könne Beratung, Prävention, Rehabilitation und Unterstützung erhalten, betonte sie.
Kurzfristige Einsparungen könnten am Ende zu höheren Kosten führen, weil schwerere und damit teurere Pflegeverläufe später nicht mehr verhindert würden, warnte Bentele. Zur Stabilisierung der Finanzen der Pflegeversicherung sei kurzfristig eine Übernahme der versicherungsfremden Leistungen durch den Bund nötig. Mittelfristig brauche es einen fairen Finanzausgleich zwischen gesetzlicher und privater Pflegeversicherung. „Langfristig führt kein Weg an einer solidarischen Pflegeversicherung vorbei, in die alle Bürgerinnen und Bürger sowie alle Einkommensarten einbezogen werden“, erklärte Bentele.
Warken warnt vor wachsendem Defizit in Pflegeversicherung
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will einen Gesetzentwurf für eine Pflegereform vorlegen. In der Pflegeversicherung droht ihr zufolge im kommenden Jahr ein Defizit von 7,5 Milliarden Euro. 2028 könnten laut Warken bereits mehr als 15 Milliarden Euro fehlen, bis 2030 würde das Defizit weiter wachsen.




